Bestellte Diamanten für 2,5 Millionen Euro: Hochstapler wurde in Wien der Prozess gemacht
Einem vierfach vorbestrafter Betrüger wurde am Montag vor dem Landesgericht in Wien der Prozess gemacht. Er soll noch während er im Gefängnis war versucht haben, zwei Diamanten im Wert von 2,5 Millionen Euro zu bestellen. Vor Gericht gab sich der Mann als Bitcoin-Millionär aus.
Wien – Am Wiener Landesgericht ist am Montag gegen einen vierfach vorbestraften Betrüger verhandelt worden, der im Gefängnis zwei Diamanten im Wert von 2,5 Millionen Euro bestellt hatte. Darüber hinaus orderte er bei einer privaten Fluggesellschaft eine Charter-Maschine für einen Wochenendtrip nach Luxemburg. Kostenpunkt: 77.000 Euro. Bezahlt wurde weder das eine noch das andere, der 40-Jährige war dessen ungeachtet zum inkriminierten versuchten schweren Betrug nicht geständig.
Der Mann war zuletzt im Jänner 2021 wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs zu einer dreijährigen unbedingten Freiheitsstrafe verurteilt worden. Im Dezember 2021 schrieb er in seiner Zelle einem Wiener Juwelier eine E-Mail und interessierte sich für Diamanten. Nachdem der Geschäftsinhaber eine Weile nichts mehr gehört hatte, erhielt er im Oktober 2022 eine neuerliche E-Mail, wobei der Angeklagte unter Verweis auf ein angebliches Firmengeflecht in London erklärte, er habe sich nicht mehr um die Diamanten kümmern können, wolle den Deal aber jetzt finalisieren.
Angeblich Multimillionär
Tatsächlich nutzte der 40-Jährige ein paar Wochen später einen Freigang, um in das Juwelier-Geschäft zu gehen und sich zwei Diamanten auszusuchen, die – wie er vorgab – für seine Freundin bestimmt seien. Er gab sich in dem Geschäft als Bitcoin-Millionär aus.
Das tat er nun auch vor einem Schöffensenat im Grauen Haus. Er behauptete, er sei Bitcoin-Trader, auf seinem Konto würde ein Vermögen von vier bis 4,5 Millionen Euro liegen. Er habe mit den Diamanten seiner Freundin eine Freude machen wollen, nur leider seien diese bisher nicht geliefert worden, „weil irgendetwas mit meinem Bankkonto war“. Er habe daher das Finanzielle „noch nicht erledigen können“, werde dies aber nach der Verhandlung mit Hilfe seines Vaters "nachholen", sagte der mutmaßliche Hochstapler. An den Diamanten sei er weiter interessiert, obwohl die Beziehung mit seiner Freundin inzwischen in die Brüche gegangen sei: „Die sind ja auch eine Wertanlage“.
Bis April 2023 saß der 40-Jährige seine letzte Haftstrafe ab, seither befindet er sich aufgrund der jüngsten Vorwürfe wieder in U-Haft. Zum angemieteten Privatflugzeug behauptete er, er habe den Flug natürlich bezahlen wollen, nur sei sein litauisches Bankkonto offenbar nicht mit seiner Kreditkarte verbunden. Daher habe das Überweisen nicht geklappt. (APA)
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