🌍 Laut Greenpeace-Umfrage

Große Mehrheit der Österreicher für Kerosinsteuer und Privatjet-Verbot

Angesichts der Umfrageergebnisse forderte Greenpeace am Dienstag von Verkehrsministerin Gewessler (Grüne) ein österreichweites Verbot von Privatjets.
© Thomas Böhm

Wien – 79 Prozent der Österreicher befürworten die Einführung einer Kerosinsteuer. Das zeigt eine von Greenpeace in Auftrag gegebene Umfrage beim Meinungsforschungsinstitut Integral. Rund zwei Drittel der Befragten in der repräsentativen Erhebung gaben zudem an, ein mögliches Verbot von Privatjets zu begrüßen. Privatjets gelten laut Greenpeace als die klimaschädlichsten Verkehrsmittel. Die NGO forderte Ministerin Leonore Gewessler (Grüne) am Dienstag zum Handeln auf.

Weitere 73 Prozent lehnten in der Umfrage Privatjets allgemein ab. Privatjets seien laut den Befragten schädlich für Klima und Umwelt, wie fast zwei Drittel (65 Prozent) befanden, zudem gaben 78 Prozent an, es gäbe ausreichend andere Verkehrsalternativen. Angesichts der Umfrageergebnisse forderte Greenpeace am Dienstag von Verkehrsministerin Gewessler ein österreichweites Verbot und Druck auf die Europäische Union (EU) für ein entsprechendes Privatjet-Aus in der gesamten EU.

Superreiche fliegen unbeschwert durch die Lüfte, doch befeuern sie damit massiv die Klimakrise.
Marc Dengler, Klima- und Energieexperte bei Greenpeace

"Superreiche fliegen unbeschwert durch die Lüfte, doch befeuern sie damit massiv die Klimakrise. Das haben auch die Menschen in Österreich erkannt und sprechen sich für ein Privatjet-Verbot aus", wurde Marc Dengler, Klima- und Energieexperte bei Greenpeace in einer Aussendung zitiert. Er verwies zudem auf ein weiteres Ergebnis der Studie. Diesem zufolge unterstützten 70 Prozent der 1.000 Befragten zwischen 16 und 75 Jahren ein Verbot von Kurzstreckenflügen bei gleichzeitiger Verfügbarkeit von leistbaren und gleichwertigen Zugverbindungen.

Zahl der Privatjet-Flüge mehr als verdoppelt

Greenpeace nannte vor dem Hintergrund der Umfrage auch entsprechende Zahlen. So stießen Privatjets pro Personenkilometer mehr Treibhausgase aus als eine Zugfahrt. Ein Greenpeace-Report zeige zudem, dass sich die Zahl der jährlichen Flüge österreichischer Privatjets zwischen 2019 und 2022 dennoch mehr als verdoppelt habe. Dabei seien die beliebtesten Strecken unter anderem Paris-Genf und Wien-Salzburg gewesen. "Letztere dauert mit dem Zug weniger als zweieinhalb Stunden", teilte die Umweltschutzorganisation mit. "Privatjets stoßen Unmengen an klimaschädlichem CO2 aus und befeuern die Klimakrise", so Dengler.

Die im September und Oktober durchgeführte Umfrage kommt unmittelbar vor dem EU-Verkehrsgipfel sowie der UNO-Weltklimakonferenz COP28 in Dubai von 30. November bis 12. Dezember. Dort steht unter anderem auch eine Besteuerung von Kerosin auf der Themenagenda.

Der Dachverband Luftfahrt kritisierte Greenpeace nach Veröffentlichung der Studie. Nicht der Luftverkehr, sondern CO2-Emissionen seien das Problem. Der Verband forderte die Unterstützung der Produktion von CO2-neutralen Kraftstoffen. Sollte die Europäische Union Kerosin besteuern, würden Airlines von außerhalb der EU mit vollen Tanks in die Union fliegen, um hier nicht nachtanken zu müssen. Das bedeute einen Wettbewerbsnachteil für EU-Fluglinien. Umwege für billigeres Nachtanken würden auch der Umwelt schaden, so der Dachverband Luftfahrt. (TT.com, APA)

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