Pflegende Angehörige: Auch Helden des Alltags brauchen Hilfe
Pflegende Angehörige sind fast rund um die Uhr beschäftigt und haben kaum Zeit für sich. Die Caritas unterstützt sie mit Erholungswochen oder Besuchsdiensten.
Karrösten – Sie leisten im Verborgenen Großartiges, die vielen pflegenden Angehörigen in Tirol. Klara Zwiesler aus Karrösten ist eine von ihnen.
Vor fünf Jahren änderte sich ihr Leben. Erst langsam – ihr Mann Josef erledigte immer noch seine alltäglichen Aufgaben –, doch schleichend verblassten bei ihm die Erinnerungen. Die Diagnose lautete: Demenz im Anfangsstadium. Die Entwicklung nahm ihren Lauf, und Klara fand sich allmählich in der Rolle der pflegenden Angehörigen wieder. Ihr Alltag ist seitdem von Pflichten und Verantwortung geprägt.
Zwei Tage in der Woche verbringt Josef in einer Tagesbetreuung. Das ist die einzige Zeit, die Raum für andere Verpflichtungen und Freizeit bietet. Noch etwas gibt es, das für Klara Zwiesler eine große Unterstützung ist: das Angehörigen-Café der Caritas, wo pflegende Angehörige sich treffen können. „Einmal im Monat kommen wir zusammen und sagen, was uns am Herzen liegt. Da geht es mir dann einfach gut“, sagt Zwiesler, die froh über diesen Austausch ist: „Wenn ich das nicht hätte, ich weiß nicht, ob ich es sonst schaffen würde.“ Auch sonst unterstützt die Caritas mit verschiedenen Initiativen wie Erholungswochen, Besuchsdiensten und Austauschgruppen.
📽️ Video | Melanie Albrecht (Caritas Tirol) über Demenz
Den Lebensabend mit ihrem Mann hatte sie sich anders vorgestellt: Sie wollten Ausflüge machen, reisen, schöne Dinge erleben. Eine Stunde am Tag kann Klara Josef alleine lassen, aber am Abend geht es gar nicht. Ihre Tochter unterstützt sie beim Einkaufen und bei Arztbesuchen, und ihr Sohn kümmert sich um den Garten und alle Hausarbeiten.
Die Erinnerungen an die schönen Momente, die sie mit Josef geteilt hat, sind für Klara Zwiesler wie ein kostbarer Schatz. Trotz all dieser schönen Erinnerungen sind pflegende Angehörige meist im Alltag gefordert. Die Planung von Urlauben wird zur Herausforderung, und Kurzzeitpflegeplätze sind schwer zu finden.
Trotz der herausfordernden Aufgabe lässt sich Klara nicht unterkriegen. Sie ist ein lebendes Beispiel für die unermüdliche Arbeit und Liebe, die pflegende Angehörige täglich aufbringen. (TT)

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