Nehammer und Sobotka stürzen ab, Kickl leichtes Plus
Der umstrittene Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka liegt mit einem großen Abstand hinter FPÖ-Obmann Herbert Kickl jetzt auf dem letzten Platz.
Wien – Der Vertrauensindex zum Ausklang des Jahres sorgt in den Reihen der ÖVP vor Beginn des Wahljahres für Ernüchterung. Die Spitze der Kanzlerpartei erlebt einen Absturz. Der umstrittene Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka liegt mit einem großen Abstand hinter FPÖ-Obmann Herbert Kickl jetzt auf dem letzten Platz. 80 Prozent der Befragten des APA/OGM-Vertrauensindex (1000 Online-Interviews, repräsentativ für die österreichische Wählerschaft) sprechen ihm das Vertrauen ab. Die Tonbandaufzeichnungen des mittlerweile verstorbenen Sektionschefs Christian Pilnacek dürften dabei eine gewichtige Rolle gespielt haben.
Doch damit nicht genug. Auch Bundeskanzler Karl Nehammer stürzt ab. Im Vergleich zum vergangenen Vertrauensindex im September muss Nehammer einen Verlust von 12 Punkten hinnehmen, der damit auf ein Gesamtvertrauen von minus 32 fällt, was einen Tiefstwert für einen amtierenden Kanzler darstellt. 62 Prozent haben kein Vertrauen in Nehammers Arbeit.
Weit voran liegt nach wie vor Bundespräsident Alexander Van der Bellen mit einem Vertrauenswert (Differenz der Ergebnisse auf die Fragen „Vertrauen Sie?“ bzw. „Vertrauen Sie ihm/ihr nicht?“) von 17, wobei er drei Punkte im Vergleich zum September eingebüßt hat. Positiv ist dieser Wert im Dezember ohnehin nur noch für Johannes Rauch (Grüne, fünf), Martin Kocher (ÖVP, vier), Doris Bures (SPÖ, vier) und Alma Zadić (Grüne, eins).
Auch SPÖ-Chef Andreas Babler verliert seit September fünf Punkte und liegt aktuell mit einem Vertrauenswert von minus 23 schwächer als seine Vorgängerin Pamela Rendi-Wagner (im April 2023). Werner Kogler und Beate Meinl-Reisinger bleiben weitgehend stabil. Zu den Verlierern des letzten Quartals zählen Magnus Brunner, Florian Tursky (beide ÖVP, minus fünf), Norbert Hofer (FPÖ, minus vier), Karoline Edtstadler, August Wöginger und Klaudia Tanner (alle ÖVP, jeweils minus drei).
Plus vier Vertrauenspunkte verzeichnete FPÖ-Chef Herbert Kickl, allerdings von minus 45 auf minus 41. Er profitiere dabei vor allem durch die weiteren Zuwächse des FPÖ-Wähleranteils. Im Vergleich zum November 2022 gewannen Kickl (plus 12) und Rauch (plus 16) am meisten hinzu. (APA, TT)
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