Kneissl steht treu zu Putin, der in fünfte Amtszeit geht
Ex-Außenministerin schwärmte von russischem Präsidenten als „echtem Gentleman“ wie aus einem Jane-Austen-Roman.
St. Petersburg – Sie hat es wieder getan: Österreichs Ex-Außenministerin Karin Kneissl hat in einem Interview – diesmal mit der BBC – ihre Sympathien für Russlands Präsidenten Wladimir Putin kundgetan. Gegenüber Korrespondent Steve Rosenberg lobte sie auch die akademische Freiheit an der St. Petersburger Uni und betonte, dass in ihrem Umfeld bisher niemand von politischen Repressionen betroffen sei.
„Er (Putin, Anm.) ist der intelligenteste Gentleman, mit Betonung auf Gentleman, und ich habe einige getroffen“, erklärte Kneissl. Sie verglich den russischen Präsidenten mit dem Idealbild eines „perfekten Gentleman“, das die britische Schriftstellerin Jane Austen in ihrem Roman „Stolz und Vorurteil“ im frühen 19. Jahrhundert gezeichnet hatte.
Kein Wort zur Tanzeinlage
Den Einwand des Journalisten, dass die von Putin angeordnete Invasion der Ukraine sowie eine Repressionswelle im Land kaum als Verhalten eines Gentleman à la Austen gelten dürften, quittierte die Ex-Politikerin mit einem Verweis auf die britischen Premierminister Tony Blair und David Cameron. Diese seien ebenso in militärische Handlungen etwa in Libyen und Syrien involviert gewesen. Eine explizite Verurteilung des russischen Aggressionskrieges gegen die Ukraine verweigerte Kneissl.
Nichts mehr sagen wollte Kneissl zu ihrer Hochzeit 2018 und ihrer damaligen Tanzeinlage mit Putin. „Ich habe andere Dinge davor und danach gemacht. Das ist sehr langweilig“, erklärte sie und deutete auf ihren anwesenden Hund namens Winston Churchill. Der sei gleichzeitig mit der Frage eingeschlafen. Er schnarche, weil er das Thema kenne und er nicht daran interessiert sei.
Erneut Kandidatur verkündet
Unterdessen hat Putin erwartungsgemäß seine erneute Kandidatur bei der russischen Präsidentenwahl im kommenden Jahr angekündigt. Es ist Putins fünfte Wahl. Der 71-Jährige hatte eigens die russische Verfassung ändern lassen, um noch einmal kandidieren zu können. (TT, APA, dpa)
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