Päckchen voller Hoffnung: Geschenke für Kinder in Rumänien
Mehr als 16.000 Geschenke wurden bei der „Weihnachtspackerlaktion“ gesammelt, auch in Tirol, und nach Rumänien gebracht. Eine Helferin erzählt, wie die Kinder reagierten.
Innsbruck, Bukarest – Wenn Manuela Aeppli so erzählt von ihrer „Arbeit“ als Helferin vom Christkind, kann man sich die Bescherung in einem Kindergarten in Rumänien gut vorstellen: „Zwei kleine Mädchen haben beim Auspacken ihrer Geschenke zuerst große Augen gemacht und der Mund stand ihnen o-förmig offen – wie bei diesem staunenden Emoji“, beschreibt die 41-Jährige die Gesichter der Mädchen.
Dann hätten sie ihre Pakete durchgewühlt, alles rausgenommen und in die Höhe gehalten – und dabei gestrahlt. Wie eine Bescherung eben so abläuft. Doch sie halten keine teuren Spielsachen in der Hand, sondern ein Überraschungsei, Duschmittel, Zahnpasta und Zahnbürste. „Diese Begeisterung für die einfachen Sachen, die wir als selbstverständlich ansehen, ist schon herzerwärmend“, sagt sie.
Bei der „Weihnachtspackerlaktion“, die u. a. der Round Table Austria und der Ladies Circle Austria organisieren, wurden bis Dezember österreichweit Spenden gesammelt – von Hygieneartikeln über Süßigkeiten bis zu gebrauchten Spielsachen – und als Pakete verpackt. Vom 2. bis zum 9. Dezember haben Ehrenamtliche wie Aeppli die mehr als 16.000 Pakete zu bedürftigen Kindern in Kindergärten und Schulen sowie Krankenhäusern und Waisenheimen in abgelegenen Gegenden Rumäniens, nördlich und südlich von Bukarest, gebracht.
In Tirol setzt sich seit fünf Jahren Christian Viehweider, Mitglied beim „Round Table 3“ in Innsbruck, für die „Weihnachtspackerlaktion“ ein. „Wir sind dankbar für so viele tolle Pakete, die wir nach Rumänien bringen können.“ Auch wenn nicht immer alles glatt verlief. „Ein Lkw wurde an der Grenze vom Zoll aufgehalten und musste umdrehen, aber wir haben die Hoffnung nicht aufgegeben und er konnte später doch einreisen“, berichtet Viehweider.
Und die Hoffnung ist es auch, die in jedem Paket mit drinnen steckt. Das spürt Manuela Aeppli, die sich fast wie die Kinder freut, wenn sie beim Auspacken auch zum ersten Mal sieht, was aus Österreich den Weg nach Rumänien gefunden hat. „Die Kinder freuen sich zwar über Spielsachen, aber ihnen wird vor allem bewusst, dass wir in Österreich sie sehen, obwohl sie oft das Gefühl haben, nicht wahrgenommen zu werden. Das gibt ihnen Hoffnung und das kann Berge versetzen“, ist sie sich sicher.
Deshalb sei es so wichtig, die Pakete nicht einfach hinzuschicken, sondern selbst vor Ort zu sein und die Geschenke zu übergeben. Einmal flossen bei Aeppli dabei fast die Tränen. „In einer Schule haben uns die Kinder Weihnachtslieder gesungen. Und bei einem ging es darum, dass man fremden Leuten die Türe aufmacht, weil es liebe Leute sind, die einem helfen. Das hat gut auf unsere Situation gepasst.“
Und so ein Lied als Dankeschön ist für Manuela Aeppli und alle anderen Helfer der „Weihnachtspackerlaktion“ das schönste Geschenk.

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