Besuch aus Bolivien lernte Tirols Schulen kennen
Innsbruck – Zwischen Bolivien und Tirol liegen ziemlich genau 10.000 Kilometer, aber Celina Javier Oros und Dumar Vivenco Méndez haben sich bei ihrem Innsbruck-Besuch anlässlich eines Bildungsprojektes in der Vorweihnachtszeit oft an ihre Heimat erinnert gefühlt. Beide Länder sind tief religiös und haben viele weihnachtliche Traditionen – wie den Christkindlmarkt, Krippen oder die Mitternachtsmesse. Nur die Kälte und die dicken Schneeflocken gibt es in ihrer Heimat zu Weihnachten nicht.
📽️ Video | Schulerfolg in Bolivien
Und auch in der Bildung gibt es Unterschiede. Oros und Méndez waren für das Bildungsprojekt „Lebensbilder“ von Welthaus Innsbruck und Bruder und Schwester in Not in Tirol, um über ihre Heimat Bolivien zu berichten. Im Rahmen des Projekts besuchten sie Schulen und Erwachsenenveranstaltungen und erzählten über ihre Arbeit in einem Bildungszentrum für benachteiligte Kinder in der Stadt Cochabamba. „In den Tiroler Schulen hat uns beeindruckt, wie gut sie ausgestattet sind. Das ist in Bolivien nur in Privatschulen so“, berichtet Oros. „Allerdings waren wir auch erstaunt, wie frontal der Unterricht in manchen Klassen war. Mir ist die Interaktion mit den Schülerinnen und Schülern sehr wichtig.“
An den Wochenenden lernten die beiden Frauen in Begleitung von Freiwilligen wie Alfons Wachter, pensionierter Bäcker- und Konditormeister aus Imst, Tirol kennen. Gemeinsam besuchten sie den Christkindlmarkt und den Lichterpark im Hofgarten. Ein klassischer Kaffeehausbesuch durfte genauso wenig fehlen wie ein traditionelles Tiroler Essen. Eine Herausforderung stellte die sprachliche Barriere dar: Während Wachter kein Spanisch versteht, sprechen Oros und Méndez kein Deutsch und kaum Englisch. „Aber mit Händen und Füßen und einem Übersetzungsprogramm am Handy geht das schon! Sich verstehen beruht ja auf mehr als nur dem sprachlichen Austausch!“ (TT)
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