Zahlreiche Einsätze in Österreich

Sturmtief forderte Todesopfer in Österreich: Baum stürzte auf Hochstand, Jäger starb

Die Einsatzkräfte der Feuerwehr Klosterneuburg wurden gegen 1 Uhr Früh alarmiert und befreiten den Mann. Der Notarzt konnte aber nur noch den Tod des Jägers feststellen.
© APA/FEUERWEHR KLOSTERNEUBURG

Ein umstürzender Baum riss in Klosterneuburg einen Hochstand mit, auf dem sich ein Jäger befand. Der 81-Jährige wurde dabei tödlich verletzt. In Salzburg stürzte ein Baum auf einen vorbeifahrenden Obus, dabei wurde die 55-jährige Lenkerin verletzt.

Klosterneuburg, Salzburg – Das Sturmtief „Zoltan“ hat zwischen Donnerstagabend und Freitagfrüh in Teilen Österreichs für zahlreiche Feuerwehreinsätze gesorgt. In Niederösterreich ereignete sich in der Nacht auf Freitag eine Tragödie. Ein Baum fiel in Klosterneuburg (Bezirk Tulln) um und riss einen Hochstand mit, auf dem sich ein Jäger befand. Für den 81-Jährigen kam jede Hilfe zu spät.

Zu dem tödlichen Vorfall kam es im Zuge einer Wildschweinjagd im Augebiet. Die Einsatzkräfte wurden gegen 1 Uhr Früh alarmiert und befreiten den eingeklemmten Mann. Drei Kettensägen kamen zum Einsatz, um den Stamm zu entfernen. „Aufgrund der Größe des Baumes dauerte es rund 45 Minuten, bis der Hochstand sichtbar wurde“, berichtete Einsatzleiter Benjamin Löbl, Kommandant der FF Klosterneuburg, die mit 26 Helfern rund drei Stunden lang im Einsatz stand. Die Notärztin konnte aber nur noch den Tod des Mannes aus dem Bezirk Tulln feststellen.

Als der 81-Jährige gegen 23 Uhr nicht zum mit einem Bekannten vereinbarten Treffpunkt erschienen war, hatte dieser laut Polizei gemeinsam mit einem befreundeten Jäger den Pensionisten gesucht. Als die beiden sahen, dass ein aufgrund des Sturms entwurzelter Baum auf einen Hochstand gestürzt war, verständigten sie Exekutive und Feuerwehr.

Baum stürzte in Salzburg auf Obus

In Salzburg stürzte im Stadtteil Liefering ein Baum auf einen vorbeifahrenden Obus, dabei wurde die 55-jährige Lenkerin verletzt. Fahrgäste kamen bei dem Vorfall nicht zu Schaden. Am Fahrzeug und an den Oberleitungen entstand erheblicher Sachschaden. In der Folge wurde gegen 23.00 Uhr der gesamte Obus-Verkehr in Salzburg eingestellt.

Ein Sturmschaden in Haag im Bezirk Amstetten.
© APA/DOKU-NÖ

In Oberösterreich forderte die Sturmfront ab Donnerstagabend die Feuerwehren vor allem im Westen des Landes. Im Bezirk Vöcklabruck wurde ein Fahrzeug von umgestürzten Bäumen eingeschlossen. Alle Insassen konnten sich unverletzt in Sicherheit bringen. In der Gemeinde Hartkirchen (Bezirk Eferding) war vorerst eine Siedlung mit acht Häusern nicht erreichbar, da mehrere umgeknickte Bäume die einzige Zufahrtsstraße blockierten.

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Umgestürzte Bäume sorgten Freitagfrüh für erheblichen Stau auf der Tauernautobahn (A10). In Fahrtrichtung Villach stürzten mehrere Fichten auf die rechte Fahrbahn. Es kam zu erheblichem Rückstau, der bis zur Westautobahn (A1) reichte.

Die Spitzenwerte des Sturms wurden von Geosphere Austria mit 162,6 km/h am Feuerkogel in Oberösterreich (1618 Meter Seehöhe), mit 160,6 km/h auf der Kärntner Messstation Kölnbreinsperre in 1916 Metern Seehöhe, mit 159,5 km/h am Galzig in Tirol (2079 Meter Seehöhe) und mit 148,3 km/h in der Station Semmering/Sonnwendstein in Niederösterreich (1500 Meter Seehöhe) registriert.

Vom starken Wind war auch der Flugverkehr betroffen. Zwei aus Hamburg bzw. Düsseldorf kommende Maschinen wurden am Abend wegen der staken Seitenwinde am Flughafen Salzburg nach Linz umgeleitet, zwei weitere Verbindungen gestrichen, sagte Airport-Sprecher Alexander Klaus. (TT.com, APA)

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