Zunahme von Hassreden

Musk entließ über tausend Mitarbeiter für Moderation und Sicherheit

Elon Musk hatte Twitter im Oktober 2022 für 44 Milliarden Dollar (heute rund 40 Milliarden Euro) übernommen.
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Beobachter prangern eine deutliche Zunahme von Hassbotschaften und Falschinformationen auf X an.

San Francisco – Der Kurzbotschaftendienst X hat unter seinem Besitzer Elon Musk weltweit mehr als tausend Mitarbeiter entlassen, die für die Moderation von Inhalten und gegen die Verbreitung von Hassrede zuständig waren. Das erklärte die australische Behörde für Onlinesicherheit am Donnerstag unter Berufung auf Zahlen der früher unter dem Namen Twitter bekannten Onlineplattform.

Demnach verließen 1213 Mitarbeiter im Bereich „Vertrauen und Sicherheit“ das Onlineunternehmen seit dem Kauf durch High-Tech-Milliardär Musk im Oktober 2022. Darunter seien 80 Prozent der Software-Ingenieure in diesem Bereich gewesen. Zugleich seien tausende zuvor gesperrte Nutzerkonten wieder freigeschaltet worden. So seien alle Voraussetzungen für die Verbreitung von schädlichen Inhalten geschaffen worden, erklärte die Behörde.

Behördenleiterin Julie Inman Grant erklärte, es handle sich um das erste Mal, dass so konkrete Zahlen über die Stellenstreichungen bei X veröffentlicht wurden. Ihre Behörde hatte die Zahlen auf Grundlage eines Gesetzes zu Onlinesicherheit bei dem Kurzbotschaftendienst angefordert.

Musk hatte Twitter im Oktober 2022 für 44 Milliarden Dollar (heute rund 40 Milliarden Euro) übernommen. Im Zuge eines chaotischen Umbaus der Plattform entließ Musk das Twitter-Spitzenmanagement und tausende Mitarbeiter. Außerdem fuhr der Chef des Elektroautobauers Tesla die Moderation von Inhalten drastisch herunter und ließ wegen Regelverstößen gesperrte Nutzer – der bekannteste von ihnen Ex-US-Präsident Donald Trump – zurück auf die Plattform.

Beobachter prangern eine deutliche Zunahme von Hassbotschaften und Falschinformationen auf X an. Musk selbst hat mit der Verbreitung von Verschwörungstheorien und antisemitischen Inhalten für Empörung gesorgt. (APA, AFP)

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