Bär, Steinbock, Fische

Die eiskalten Tricks der Tiere im Innsbrucker Alpenzoo

Braunbär Ander schaut immer wieder einmal in seinem Außengehege nach, ob er etwas zum Fressen findet.
© FRITZ SCHMIDT

Was machen die Tiere im Alpenzoo, wenn es kalt ist? Viele suchen die Ruhe, andere sind in Hochzeitsstimmung.

Manche Alpentiere sind trotz der eisigen Kälte im Winter sehr aktiv. Das freut natürlich die vielen Besucher des Alpenzoos, denn es gibt auch jetzt genug zu entdecken. „Andere Säugetiere, wie zum Beispiel das Murmeltier, der Igel und die Fledermaus, halten einen Winterschlaf. Sie fressen sich über den Herbst einen Winterspeck an und verschlafen den ganzen Winter an einem geschützten Platz“, erzählt Corina Lang von der Zooschule des Alpenszoos.

Das können zum Beispiel Höhlen, Laubhaufen, Baumstämme oder Dachböden sein. Dabei sinkt die Körpertemperatur und auch das Herz schlägt langsamer. „Im Frühling wachen die Schläfer abgemagert wieder auf und freuen sich auf das frische Grün oder die Insekten“, so Corina. (wa)

📽️ Video | Steinbock im Winter

📽️ Video | Schneehase im Winter

Winterruhe im Alpenzoo

  • Winterruhe halten im Alpenzoo der Dachs und der Braunbär. Tiere, die Winterruhe halten, senken ihre eigene Körpertemperatur nicht so stark wie Winterschläfer. Sie wachen häufiger auf und suchen auch gelegentlich nach Nahrung, wenn der Winter nicht zu streng ist. Auch Braunbär Ander schaut immer wieder einmal in seinem Außengehege nach, ob er etwas zum Fressen findet. Seine Freundin Martina bevorzugt es, in ihrer mit Stroh ausgelegten Box zu verträumen.
  • Fische passen ihre Körpertemperatur der Temperatur des Wassers an. Wenn das Wasser kälter wird, nimmt die Körpertemperatur des Fisches ab. Außerdem bewegen sich die Fische im Winter nur so viel wie nötig, um Energie zu sparen. Im Herbst haben sie etwas Fett angesetzt, von dem sie jetzt zehren. Sie halten sich in der kalten Jahreszeit in der Tiefe der Gewässer auf und warten auf den Frühling. Die Schleie hält sogar Winterschlaf im Schlamm.
  • Schneehase, Schneehuhn und viele andere Tiere schützen sich durch ein dichtes Fell bzw. Federkleid. Der Schneehase und das Schneehuhn bekleiden sich hierfür sogar mit einem weißen Fell bzw. Federn, die sie besser vor der Kälte schützen und sie im weißen Schnee auch nahezu unsichtbar machen. Zur Überlebensstrategie dieser Tiere gehört vor allem Rückzug und Ruhe. Schneehühner etwa bewegen sich im Winter nur, wenn es unbedingt sein muss. Sie leben auf Sparflamme, um keine unnötige Energie zu verschwenden. Da sie in der Natur oberhalb der Baumgrenze wohnen und den stürmischen Witterungen ausgesetzt sind, sollten sie in dieser Zeit möglichst nicht gestört werden. Leider müssen sie immer wieder flüchten, wenn man ihnen zum Beispiel als Skitourengeher zu nahekommt und so verbrauchen sie unnötig Energie. Das kann für die Tiere sehr gefährlich werden und oftmals verhungern sie auch durch diese Zwischenfälle, da sie ihren Stoffwechsel spontan hochfahren und ihre Körperheizung anwerfen müssen.
  • Nicht für jedes Tier im Winter ist im Alpenzoo „tote Hose“. Die Steinböcke und Gämsen befinden sich genau jetzt in der Paarungszeit und sind sehr aktiv. Auch die Bartgeier sind in Hochzeitsstimmung – das Weibchen hat schon das zweite Ei gelegt und abwechselnd wird das Gelege von beiden Eltern emsig bebrütet.

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