Trauer um Jungtiere

Zwei Junglöwen im steirischen Tierpark Herberstein eingeschläfert

Löwe Spartacus im Außengehege der Tierwelt Herberstein.
© Mag. Martha Moritz

Nachdem ihr Bruder bereits im Herbst eingeschläfert werden musste, führte nun auch bei den beiden verbliebenen Löwen-Brüdern kein Weg an der Euthanasie vorbei. Im Tierpark herrscht große Trauer um den Nachwuchs.

Graz – 2019 wurde die Geburt der steirischen "Königskinder" namens Maximus, Spartacus und Tiberius noch gefeiert. Die Herbersteiner Löwen gehörten der Unterart der Berberlöwen an, in freier Wildbahn ist die Gattung nahezu ausgestorben. Gezüchtet werden diese Löwen nur in wenigen Zoos in Europa, der derzeitige Bestand liegt schätzungsweise bei ca. 80 Tieren weltweit.

Die Löwenfamilie wurde schnell zur Attraktion, leider tauchten im Lauf der Zeit bei allen drei Nachwuchs-Löwen gesundheitliche Probleme auf. Im vorigen Herbst führte dann kein Weg mehr an der Einschläferung von Maximus vorbei. Die genaue Ursache für die gesundheitlichen Probleme sind immer noch unklar, aber auch seine beiden Brüder litten vermehrt unter Beeinträchtigung.

Zustand verschlechterte sich

Spartacus und Tiberius mussten ab Dezember in fachtierärztliche Behandlung. Es liefen viele Untersuchungen, die Verantwortlichen hofften, dass es zu einer Besserung des Gesundheitszustandes kommt. Das sollte leider nicht eintreten. „Die Lebensqualität der Tiere hat sich trotz symptomatischer Behandlung stark verschlechtert, sodass nach intensivem tierärztlichen Austausch mit externen Fachkolleginnen und Kollegen eine Euthanasie der einzige Ausweg blieb“, erklärt der Zoologische Leiter, Reinhard Pichler.

Die Kadaver sollen nun an der Veterinärmedizinischen Universität Wien einer genauen Untersuchung unterzogen werden, um herauszufinden, welches Leiden die Löwen geplagt hat. Für weitere Abklärungen ist im Anschluss eine Überstellung auf die Pathologie geplant. „Während Spartacus bis zum Schluss an Krampfanfällen, welche epileptischen Anfällen ähnelten, litt, waren für Löwe Tiberius die Einschränkungen am Bewegungsapparat drastisch – dies zeigte sich im Wegrutschen der Hinterbeine“, schildert Pichler. Nicht ausgeschlossen werden kann der Verdacht, dass es sich um erblich bedingte Probleme gehandelt haben könnte. Nicht zuletzt deshalb wollen die Verantwortlichen jetzt auch auf die Ergebnisse warten, bevor sie überlegen, ob das Löwen-Zuchtprogramm fortgeführt werden soll. (TT.com)

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