Scheu und verängstigt

Privates Video zeigt offenbar Wolf in Stadtgebiet von Bludenz

(Symbolfoto)
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Das Tier lief durch die Straßen und flüchtete vor dem Auto, aus dem gefilmt wurde, in eine Hauseinfahrt. Grund zur Panik besteht laut dem Landes-Wildbiologen keiner.

Bludenz – In der Bludenzer Südtirolersiedlung war in der Nacht auf Mittwoch offenbar ein Wolf unterwegs. Wie Vorarlberger Medien unter Bezug auf ein Video aus sozialen Medien berichteten, lief das Tier durch die Straßen und flüchtete vor dem Auto, aus dem gefilmt wurde, in eine Hauseinfahrt. Landes-Wildbiologe Hubert Schatz sagte, es handle sich wahrscheinlich um einen Wolf, wenn auch nicht mit hundertprozentiger Sicherheit. Grund zur Panik bestehe keiner.

Die Wahrscheinlichkeit für Beobachtungen wie nun in Bludenz steige mit der Zunahme der Wolfspopulation in einer Region, erklärte Schatz. Für die Vorarlberger Bevölkerung sei dies natürlich etwas sehr Ungewöhnliches. In Gebieten, wo Wölfe leben, komme so etwas aber immer wieder vor, zum Beispiel, wenn das Tier von einer Talseite zur anderen quert. „Allen, die sagen, der Wolf soll sich unbegrenzt entwickeln können, muss auch das klar sein“, merkte er kritisch an.

📽️ Video | Offenbar Wolf in Bludenz unterwegs

Scheu und verängstigt

Das Tier in Bludenz hat sich laut Einschätzung von Schatz offensichtlich in die Stadt verirrt, es wirkte scheu und verängstigt. Der Wildbiologe vermutete, dass es sich schnellstmöglich zurück in Richtung Wald aufgemacht habe. Laut Video und Beschreibung des Beobachters habe zu keiner Zeit Gefahr bestanden.

Überhaupt riet Schatz, wegen der Wolfssichtung zwar Hinweise ernstzunehmen und die Lage zu beobachten, aber sicher nicht in Panik zu verfallen. Er sah auch vorerst keinen Handlungsbedarf. Allenfalls solle man kein Hunde- oder Katzenfutter draußen stehenlassen und Hunde nachts nicht draußen frei laufen lassen – was ohnehin zu unterlassen sei.

Und was tun, wenn man bei einem Abendspaziergang tatsächlich einem Wolf begegnen sollte? „Da wäre ein streunender Hund viel gefährlicher“, sagte Schatz. Einem Wolf gegenüber solle man sich ähnlich verhalten wie einem herrenlosen Hund: Durch Ansprechen auf sich aufmerksam machen, das Tier durchaus auch mit strengen Worten wegschicken, dann renne der Wolf normalerweise weg. Selbst solle man sich ruhig zurückziehen. „Ein Wolf wird einen Menschen nicht als Beute verfolgen“, so Schatz. Wenn er einen Hund dabei hätte, sagte der Wildbiologe, würde er den allerdings sicherheitshalber sofort loslassen. (APA)

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