17.879 in Tirol ohne Job

Arbeitslosigkeit in Österreich im Jänner um 8 Prozent gestiegen, niedrigste Quote in Tirol

Den stärksten Anstieg bei Arbeitslosen und Schulungsteilnehmern gab es in Bundesländern mit hohem Industrieanteil. Die Arbeitslosenquote stieg österreichweit um 0,6 Prozentpunkte auf 8,1 Prozent.

Wien – Mit 31.01. sind in Tirol 17.879 Personen arbeitslos gemeldet. Damit betrug die Arbeitslosenquote im Jänner 4,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr sind das um 3,7 Prozent mehr. Dabei haben rund die Hälfte der arbeitslos vorgemerkten Personen bereits eine Einstellzusage von einem Betrieb und 76 Prozent sind kürzer als drei Monate arbeitslos. Insgesamt befinden sich 2338 Personen in Schulungsmaßnahmen. Das sind im Vorjahresvergleich um 9,7 Prozent mehr.

Mit 369.128 aufrechten Dienstverhältnissen waren Ende Dezember 2023 so viele Menschen wie nie zuvor in Tirol unselbständig beschäftigt, so das Arbeitsmarktservice Tirol (AMS) in einer Aussendung am Donnerstag. Auffällig sei dabei, dass die Anzahl der Beschäftigten mit nicht-österreichischer Staatsbürgerschaft im Vorjahresvergleich um 5753 Personen gestiegen ist. Die stärkste Zuwanderung kommt dabei aus Deutschland (plus 1369).

Im Detail betrachtet gibt es allerdings Branchen, in denen die Arbeitslosigkeit stärker gestiegen ist: Überdurchschnittlich stark in der Arbeitskräfteüberlassung ( plus17,8 Prozent), im Handel (plus 11,1 Prozent) und in der Warenherstellung (plus 9 Prozent).

Österreichweit um acht Prozent mehr Arbeitslose

Die Wirtschaftsflaute in Österreich belastet weiter den Arbeitsmarkt und trifft Bundesländer mit einem hohen Industrieanteil am stärksten. Ende Jänner gab es im Vergleich zum Vorjahresmonat um 8 Prozent mehr Personen ohne Job. Arbeitslose und Schulungsteilnehmer zusammengerechnet waren 421.207 Personen (+31.148) ohne Beschäftigung. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,6 Prozentpunkte auf 8,1 Prozent. Die Arbeitslosigkeit steigt seit April 2023.

Der Anstieg der Arbeitslosenzahlen ist auf die schwächere wirtschaftliche Dynamik als im Vorjahr zurückzuführen."
Arbeits- und Wirtschaftsminister Martin Kocher (ÖVP)

Der stotternde Konjunkturmotor in Österreich macht sich auch am Stellenmarkt bemerkbar. Beim Arbeitsmarktservice waren Ende Jänner über 87.000 offene Stellen als sofort verfügbar gemeldet, ein Minus von rund 19 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Der Rückgang an offenen Stellen zeige "die schwierige konjunkturelle Situation", erklärte die AMS-Österreich-Vorständin Petra Draxl in einer Stellungnahme. Der ÖVP-Wirtschaftsbund - dieser erfasst in seinem Stellenmonitor alle Jobportale - verzeichnete im Jänner gar 165.129 offene Stellen.

Der Arbeitskräftemangel droht zum Konjunkturhemmer zu werden, wenn nicht genug Mitarbeiter vorhanden sind, um die verstärkte Nachfrage zu decken.“
WB-Generalsekretär Kurt Egger

Während aufgrund der Konjunkturflaute in einigen Teilen der Wirtschaft die Nachfrage nach Arbeitskräften stagniere, würden Branchen wie der Tourismus um jeden Arbeitnehmer kämpfen. Eine langfristige Besserung sei derzeit nicht in Sicht und der nächste Konjunkturaufschwung und der demografische Wandel werde die offenen Stellen weiter steigen lassen.

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