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Golf geht in die Verlängerung

Dezentes Update bei Schürzen und Leuchten-Grafik: In welchen Details sich das Facelift-Modell sonst noch unterscheidet, ist ein Suchspiel für Golf-Fans.
© Hersteller

Zum 50-jährigen Modelljubiläum beschenkt sich der Golf mit einem dezenten optischen Update. Aber auch unter dem Blech tut sich etwas.

Zell am See – Als Rahmen für die erste Kundenpräsentation des Golf-Updates ist das traditionsreiche Ice Race gut gewählt: Die Dichte an autobegeisterten Menschen ist denkbar groß, also durfte auch die Neuauflage des Über-Golfs R nicht fehlen – zumindest in Tarnbeklebung war auch er schon zu sehen, zu hören und sogar in Action auf der Kreisbahn zu bewundern.

Der für das Event eigens angereiste VW-CEO Thomas Schäfer streut dem mit Abstand erfolgreichsten Modell seiner Palette Rosen: „Der Golf ist der Kern der Marke, eine Konstante seit 50 Jahren.“ Und er lässt auch mit einer unerwarteten Ankündigung aufhorchen: „Die nächste Generation kommt erst Ende des Jahrzehnts. Sie soll dann vollelektrisch, muss aber auch ein echter Golf sein.“ Für die aktuelle Baureihe 8 bedeutet das demnach eine Verlängerung um noch gut fünf Jahre – womit sie als der am längsten gebaute Golf in die Geschichte eingehen und bis dahin wohl noch mindestens ein weiteres Facelift erfahren wird. Ob der Golf 9 dann tatsächlich elektrisch sein wird, ist dagegen eher fraglich – derzeit sind die E-Auto-Verkäufe auf das niedrige Niveau von 2018 zurückgefallen, der Markt scheint sein Urteil über diese Technik damit weitgehend gefällt zu haben. Falls der nächste dennoch ein E-Golf wird, sind das schlechte Nachrichten für die batterie-elektrische ID-Familie, deren holpriges Parallel-Leben dann wohl endgültig enden dürfte.

Bis dahin dürfen sich die Golf-Fans jedenfalls über ein Update beim Motorenangebot freuen. Zum Bestell-Start im März werden zwei 1,5-Liter-Benziner mit 115 und 150 PS mit und ohne Mildhybrid-Technik angeboten, ab Mai sollen dann auch die beiden neuen Plug-in-Hybriden mit bis zu 100 Kilometer elektrischer Reichweite und die Diesel-Varianten nachrücken. Statt den bisher drei sind aber nur noch zwei Selbstzünder angekündigt. Für die Top-Modelle GTI und R ist noch Geduld bis August gefragt, ob hier auch weitere Leistungsupdates zu erwarten sind, ist derzeit noch offen. Die neuen Preise werden im Februar bekannt gegeben.

Als witziges und auch zeitgeistiges Feature verweist VW im Zuge des Facelifts auf die Integration das Chatbots ChatGPT in den On-Board-Sprachassistenten. Zu erklären, wozu genau die Quatsch-Funktion wirklich gut sein soll, tut sich aber selbst Entwicklungschef Kai Grünitz schwer: Damit könne etwa seine Tochter auf dem Schulweg noch rasch Wissen abfragen, wenn sie für einen Test nichts gelernt hat. Die nächste Pisa-Studie wird belegen, wie sinnvoll das ist.

Wesentlich essenzieller dürfte der Wechsel vom problematischen Infotainment-System 3.0 auf die völlig neu entwickelte, stabile Version 4.0 sein, der Touchscreen durchmisst nun je nach Ausstattung bis zu knapp 13 Zoll oder 33 Zentimeter – und es gibt nun auch beleuchtete Sliderleisten für die Temperatursteuerung. Bei der Wahl der Bedienungselemente folgt VW ebenfalls weiterhin den Kundenwünschen: Die Multifunktionstasten auf dem Lenkrad sind unverändert analog und nicht wie bei den ID-Modellen in der ungeliebten kapazitiven Touch-Variante gestaltet.

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