Drama am Großglockner: Verletzte Bergsteiger konnten auch am Montag nicht geborgen werden
Zwei Bergsteiger aus Tschechien sitzen seit Sonntag auf 3200 Metern Seehöhe am Großglockner fest. Sie wurden bei einem Steinschlag verletzt, eine Rettung war bisher wegen des starken Windes nicht möglich und wird auf Dienstag verschoben.
Großglockner – Seit Sonntag bangen sie: Zwei tschechische Bergsteiger waren auf der Nordwand des Großglockner unterwegs, als sie wegen Steinschlags verletzt wurden – der eine an der Schulter, der andere am Fuß. Sie konnten nicht mehr selbständig absteigen, erreichten jedoch noch rechtzeitig das 2020 errichtete Glockner-Biwak auf 3205 Metern.
UPDATE:
Zwei Tage festgesessen
Vom Großglockner geretteter Tscheche wurde am Dienstag in Lienz operiert
Dort setzten die beiden Tschechen (in einer ersten Meldung ging die Polizei noch von zwei Slowaken aus) gegen 20 Uhr den Notruf ab und stehen dank voll geladener Handyakkus seither mit der Bergrettung Heiligenblut und der Alpinpolizei Spittal an der Drau in Kontakt. „Die Kollegen können die Kommunikation noch aufrecht erhalten", sagte am Montagvormittag ein Sprecher der Landesleitzentrale Kärnten gegenüber der TT. Stockbetten, ein kleiner Tisch und eine Kochgelegenheit stehen den beiden im Biwak zur Verfügung. Proviant hätten sie laut Polizei noch genügend dabei, es gehe den beiden den Umständen entsprechend gut, hieß es.
Bis sie gerettet werden können, dauert es mindestens noch einige Stunden. Denn wegen des starken Windes konnte der Hubschrauber auch am Montag in der Früh das Biwak noch nicht anfliegen. Der Rettungsflug musste abgebrochen werden. Auch ein Aufstieg der Bergretter würde stundenlang dauern, weshalb nach Rücksprache mit den beiden Männern darauf verzichtet wird.
„Auch am Montag war der Wind zu stark, die Rettung muss auf Dienstagfrüh, 7 Uhr, verschoben werden", sagte Nikolaus Brandstätter, Ortstellenleiter der Bergrettung Heiligenblut auf Nachfrage der TT am Montagnachmittag. (TT.com, APA)
Saftige Rechnung
Trio muss 16.000 Euro für aufwändige Rettung vom Glockner bezahlen
Nächtlicher Sucheinsatz