Baby Gloria muss in Isolation leben: Stammzellenspende ist ihre einzige Chance
Nur ein genetischer Zwilling kann die zwei Monate alte Gloria aus Osttirol retten. Die Familie hofft auf die große Typisierungsaktion am 12. Mai in Lienz.
Lienz, Innsbruck ‒ Als die kleine Gloria im Februar zur Welt kam, war für ihre Familie die Welt noch in Ordnung. Kurz danach brach diese Welt zusammen: Im Rahmen der Neugeborenen-Untersuchung wurde bei Gloria SCID, also schwere kombinierte Immundefekte, festgestellt. Dieser Gendefekt kommt äußerst selten vor. Für die Behandlung müssten Stammzellen transplantiert werden, und diese Zellen müssen von einem genetischen "Zwilling" stammen.
Geographische Nähe erhöht die Chancen
"Innerhalb der Familie und international haben wir leider keine passende Person gefunden", informiert Cemanur Turan von "Geben für Leben". Außerhalb der Familie liegt die Wahrscheinlichkeit je nach genetischer Veranlagung bei eins zu 500.000 bis mehrere Millionen. "Aber je näher im Umkreis von Gloria die Menschen sich testen lassen, desto besser sind die Aussichten. Geographische Nähe erhöht die Chancen", ergänzt Turan.
Typisierungsaktion am Muttertag
Um Glorias Zwilling zu finden, wird am Muttertag, dem 12. Mai, eine Typisierungsaktion veranstaltet, organisiert vom Chor Unlimited aus Matrei i. O. und dem Verein "Geben für Leben". Hotelchefin Helene Moser stellt dafür von 14 bis 18 Uhr das Altstadthotel Eck am Lienzer Hauptplatz zur Verfügung. Es genügt ein einfacher Wangenabstrich. Das geht auch problemlos zu Hause, ein Testkit wird zugeschickt.
Die kleine Gloria wird seit ihrer Diagnose in der Klinik Innsbruck behandelt. Immer nur ein Elternteil darf mit Gloria in der Isolation bleiben. Auch Besuche sind nicht möglich, da die Ansteckungsgefahr zu groß ist. Das zwei Monate alte Baby darf erst nach Hause, wenn eine passende Spenderin oder ein Spender gefunden wurde.
Alle Detailinformationen zur Aktion und zur Möglichkeit, sich typisieren zu lassen, finden sich hier.