Streiks droht

Fronten bei AUA-KV Verhandlungen weiter verhärtet: Gewerkschaft lehnt Angebot ab

Hunderte Flüge fielen im Zusammenhang mit den KV-Verhandlungen schon aus. Weitere Streiks sind nicht ausgeschlossen.
© ROBERT JAEGER

Die Fronten zwischen der Gewerkschaft vida und dem AUA Management bleiben weiter verhärtet. Am Dienstag haben über dreiviertel der Gewerkschaftsmitglieder über das KV-Angebot abgestimmt. 90 Prozent davon lehnten es ab. Die Airline schrieb im ersten Quartal einen Verlust von 122 Mio Euro, weitere Streiks stehen bevor.

Wien – Bei der AUA droht der Streit über den neuen Kollektivvertrag zu eskalieren. Nach 20 erfolglosen Verhandlungsrunden haben die gewerkschaftlich organisierten Mitglieder des Bordpersonals haben das KV-Angebot zu 90 Prozent abgelehnt. Die Wahlbeteiligung lag bei 88 Prozent.

Die Gespräche rund um die künftigen Gehaltssprünge ziehen sich bereits seit Wochen hin. Für den Fall, dass es im Zuge der geheimen und digitalen Abstimmung, die bis Montagabend gelaufen war, keine Zustimmung geben sollte, hat die Gewerkschaft vida bereits weitere Kampfmaßnahmen wie neue Streiks angekündigt. Ein Ausstand am Gründonnerstag und am Karfreitag sowie mehrere Betriebsversammlungen führten heuer bereits zu Hunderten Flugausfällen.

Wie Austrian Airlines mitteilte, habe der KV-Streit den Verlust im ersten Quartal massiv vergrößert und das bereinigte Betriebsergebnis (EBIT) auf minus 122 Mio. Euro gedrückt – das zweitschlechteste Ergebnis im ersten Quartal in der Unternehmensgeschichte.

Hauptgründe für den massiven Verlust seien „der direkte finanzielle Schaden“ der Gewerkschafts-Aktionen, den die AUA mit rund 26 Mio. Euro beziffert, sowie draus resultierende Buchungszurückhaltung, der für ein Minus von rund 10 Mio. Euro sorgte.

Die Fluggesellschaft hatte ihrem Bordpersonal heuer ein Lohnplus von acht Prozent geboten, für 2025 und 2026 jeweils fünf Prozent. Co-Piloten sollten zusätzlich bis zu zehn Prozent mehr bezahlt bekommen. „Da es weiterhin keinen Abschluss gibt und wir mit weiteren Kampfmaßnahmen rechnen müssen, werden wir uns in den kommenden Tagen intensive Gedanken über die Zukunftsfähigkeit von Austrian machen“, kommentierte die AUA das Ergebnis der Abstimmung. (APA)

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