„So klein ohne Hut“: Flashmob im Zeichen der Verkehrssicherheit

Rund 80 Kinder nahmen am Montag bei dem ÖAMTC-Flashmob in Wien teil. Mit der Aktion sollte auf die Gefahren für Kinder im Straßenverkehr aufmerksam gemacht werden.

Wien – Zu einem Flashmob im Zeichen der Verkehrssicherheit hat am Montag der ÖAMTC in Wien aufgerufen. Die Aktion „So klein ohne Hut“ mit rund 80 Teilnehmern im Museumsquartier sollte auf Gefahren aufmerksam machen, die der Straßenverkehr für Kinder birgt. 384 Kinder im Alter von sechs bis 15 Jahren sind im vergangenen Jahr am Schulweg verunglückt, zwei davon starben. Heuer erlitten 143 Schüler am Weg in den Unterricht einen Unfall.

Kinder und Erwachsene nehmen den Straßenverkehr aus gänzlich verschiedenen Perspektiven wahr, der Größenunterschied liegt bei rund 50 Zentimetern. „Eine Differenz, die auch große Unterschiede beim Einschätzen von Gefahren bewirkt“, erläuterte ÖAMTC-Generalsekretär Oliver Schmerold. Der Club hat die „fehlenden Zentimeter“ kurzerhand mit gelben Hüten kompensiert - sie wurden an alle am Flashmob teilnehmenden Kinder verteilt.

Eltern müssen sich Vorbildfunktion bewusst sein

„Da die physische und psychische Entwicklung bei Kindern noch nicht abgeschlossen ist, sind sie im Straßenverkehr besonders benachteiligt“, betonte ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger. „So ist beispielsweise das Denken eines Kindes mehr von der Wahrnehmung als von Logik geprägt. Es geht davon aus, dass alles, was es selbst wahrnimmt, auch von anderen Verkehrsteilnehmern gesehen wird.“ Es kann passieren, dass ein Kind, in der Annahme gesehen zu werden, blindlings auf die Straße läuft. Außerdem verfügen Mädchen und Buben bis zum Volksschulalter nur über eine begrenzte Konzentrationsfähigkeit.

Charakteristisch für Kinder ist weiters eine ausgeprägte Beobachtungsgabe und eine Neigung zum Nachahmen. „Eltern müssen sich ihrer Vorbildwirkung bewusst sein und das richtige Verhalten im Straßenverkehr vorzeigen und vorleben“, erklärte die Expertin.

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Die richtige Vorbereitung auf den Schulweg

Wenn nächste Woche das neue Schuljahr beginnt, machen sich viele Kinder erstmals alleine auf den Weg in den Unterricht. „Besonders bei den Jüngeren kann es vorkommen, dass sie blindlings und überraschend hinter dem Schulbus, der Straßenbahn oder zwischen parkenden Autos hervorlaufen“, warnte ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger am Montag. Umso wichtiger sei es, die Sprösslinge vorzubereiten.

- Eltern sollten im Voraus den sichersten Schulweg eruieren und diesen mit ihren Kindern wiederholt üben. Der kürzeste Weg ist nicht immer der sicherste. „Bei der Erklärung des Weges müssen Eltern das Blickfeld der Kinder berücksichtigen“, sagte Seidenberger.

- Eltern sollten für die Sichtbarkeit ihrer Kinder sorgen. Helle, bunte Kleidung sowie reflektierendes Material sind dazu besonders geeignet.

- Wenn möglich, sollte man jüngere Kinder gemeinsam mit älteren auf den Schulweg schicken.

- Kinder sind leichter ablenkbar. Deshalb keine Spielsachen, Handys oder Ähnliches in die Hand geben. Auch neue Baustellen, bunt dekorierte Schaufenster, Freunde oder Tiere auf dem Schulweg können die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. „Deshalb mit dem Kind im Vorfeld das Thema Ablenkungen besprechen, eventuelle Gefahren aufzeigen und richtige Verhaltensweisen erklären“, sagte die Psychologin.

- Kinder neigen zum Nachahmen, deshalb sollten Erwachsene besonders auf ihre Vorbildwirkung achten.

- Ab und zu sollten Eltern ihre Kinder am Schulweg beobachten und sich versichern, dass sich die Sprösslinge auch an vereinbarte Regeln halten. (APA)


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