Mehr Leistung durch ruhigen Schlaf und gesunde Ernährung

Laut Schlafmediziner Harald Kenzian leiden etwa ein Drittel aller Kinder an Schlafstörungen. Die meisten davon ließen sich jedoch durch „eine Modifizierung des Lifestyles“ leicht lösen.

Wien – Die Ferien neigen sich dem Ende, der Schulalltag rückt wieder näher. Zeit also, um den Tages- und vor allem auch den Schlafrhythmus wieder anzupassen. Dabei ist es am wichtigsten, in Ruhe einschlafen zu können: eingeschaltete Fernseher oder laute Musik seien „absolut verboten“, betonte Schlafmediziner Harald Kenzian gegenüber der APA. Um Müdigkeit und Leistungsabfall vorzubeugen, empfiehlt Alexandra Hofer, Geschäftsführerin der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung (ÖGE), regelmäßig für Energienachschub zu sorgen.

Vor allem unmittelbar nach dem Einschlafen fällt man in die tiefste und damit erholsamste Schlafphase. Wird diese gestört, ist laut Kenzian, Leiter der „AG Schlafmedizin und Schlafforschung“ der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ), „der entspannendste Teil zerstört“. Müdigkeit und Schlappheit am nächsten Tag wären vorprogrammiert. Die ÖGKJ rät neben Ruhe und dem Verbannen von Stress in Form von Fernseher und Computerspielen, auch zu einem abgedunkelten, kühlen Schlafraum und dem „Abschließen“ des Tages, durch entsprechende Bettgehrituale, wie beispielsweise eine Gutenachtgeschichte.

„Ideale“ Schlafdauer ist individuell

Außerdem sollten Eltern ihren Sprössling nicht zum Schlaf zwingen, vor allem auch weil die „ideale“ Schlafdauer von Mensch zu Mensch unterschiedlich sei. Für Fünfjährige seien neuneinhalb bis 13,5 Stunden völlig normal, Zehnjährigen empfiehlt man zwischen neun und elf Stunden.

Teilweise soll die Müdigkeit am Schultisch aber gar nicht die Schuld der Mädchen und Buben sein: Der übliche Unterrichtsbeginn um 8 Uhr ist laut Kenzian zu früh, ganz besonders im Winter. „Es scheint, dass ein späterer Schulanfang dem Biorhythmus des Kindes eher entgegen komme“, so der Schlafexperte. Gesellschaftspolitisch sei das seiner Meinung nach aber nie durchzusetzen, da die Kinder außer Haus sein müssten, wenn die Eltern ihre Arbeit beginnen.

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Dauerberieselung und Energydrinks Ursachen für schlechten Schlaf

Laut Kenzian leiden etwa ein Drittel aller Kinder an Schlafstörungen. Die meisten davon ließen sich jedoch durch „eine Modifizierung des Lifestyles“ leicht lösen. Bei Dauerberieselung durch Fernsehen, Gamestation und laute Musik „brauche man sich nicht wundern, dass man nicht gut schlafen kann“, warnte der Experte. Auch der vor allem unter Jugendlichen stark beliebte Eistee „pusht“ wie Energydrinks übermäßig. All das seien mögliche Ursachen für schlechten Schlaf.

Zu einer Anpassung des Lebensstils zählt vor allem auch die richtige Ernährung. Hierbei sei es für Kinder vor allem wichtig, regelmäßig zu essen, da die Energiereserven schneller verbraucht seien als bei Erwachsenen. „Ein ausgewogenes erstes Frühstück und ein zweites Frühstück in der Schule füllen die Energiespeicher für den gesamten Vormittag auf und tragen zu einer gleichbleibenden Leistungsfähigkeit bei“, so Hofer. Diese beiden Mahlzeiten würden gut ein Drittel der täglich benötigten Energie und Nährstoffe liefern. Ein eher sparsames Frühstück zu Hause könnte durch eine reichhaltigere Jause in der Schule ausgeglichen werden und umgekehrt.

Mehre kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt

Zu einer idealen Jause gehören laut der Ernährungsexpertin zum Beispiel Vollkorngebäck, Müsli, Obst, Gemüse, ein Milchgetränk oder Joghurt und kalorienarme Getränke wie Wasser oder stark verdünnte Fruchtsäfte. Als Belag würden sich magerer Schinken, fettarme Wurst, Käse, Gemüse, Obst oder einfach frische Kräuter eignen. Ein kleiner Tipp der Expertin: Werden die Brote beispielsweise in Dreiecke geschnitten oder in Herzform ausgestochen, hat das Kind kleinere Stücke in der Hand und die Jause schmeckt gleich noch besser. „Besonders günstig ist es, mehrere kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt zu essen. Das Frühstück und das Gabelfrühstück gelten als ‚Sprungbretter in den Tag‘“, so Hofer. (APA)


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