George W. Bush „dankbar“ über Bin Ladens Tod

Der Ex-US-Präsident sprach in einem Interview im US-Fernsehen über den 11. September 2001.

Washington - Der Tod des Terrorführers Osama bin Laden hat dem früheren US-Präsidenten George W. Bush nach eigener Aussage ein Gefühl der Erleichterung beschert. „Ich spürte keinen großen Anlass zur Freude oder zum Jubeln: Ich fühlte eine Art Abschluss und ich fühlte Dankbarkeit, dass der Gerechtigkeit Genüge getan wurde“, sagte der ehemalige Staatschef in einem Interview des TV-Senders National Geographic zum 10. Jahrestag der Anschläge vom 11. September, das am Sonntagabend (Ortszeit) in den USA gezeigt wurde.

Der Al-Kaida-Führer Bin Laden war Anfang Mai im pakistanischen Abbottabad von einer US-Spezialeinheit erschossen worden. Er gilt als Hauptverantwortlicher für die Terroranschläge in New York und Washington im September 2001, als Bush Präsident war. In dem rund einstündigen Interview blickte der heute 65-jährige Texaner ausführlich wie selten auf den Tag und dessen Folgen für die US-Politik zurück. Neue Erkenntnisse bot er jedoch nicht.

„Mein erste Reaktion war Wut“, sagte Bush in Erinnerung an die Geschehnisse am 11. September, als islamistische Terroristen zwei entführte Flugzeuge ins World Trade Center in New York steuerten und eines ins Pentagon in Washington. „Beim ersten (Flugzeug) dachte ich, es war ein Unfall, beim zweiten, ein Angriff und beim dritten, eine Kriegserklärung.“

Für ihn habe nach den Attacken festgestanden: „Das ist es, wie der Krieg im 21. Jahrhundert aussieht.“ Der Tag habe all seine Erwartungen an die Zeit im Weißen Haus über den Haufen geworfen. „Ich wurde von einem Präsidenten, der sich vor allem auf Inlandsthemen konzentrierte, zu einem Kriegspräsidenten. Das ist etwas, was ich niemals erwartet hatte und niemals sein wollte“, sagte er. (APA/dpa)

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