„Deus Ex“ – oder wie der Mensch zum Roboter wird

Im Dokumentarfilm „Eyeborg“ zeigt der Kanadier Rob Spence wie Mensch und Maschine miteinander verschmelzen.

Kalifornien – Der Kanadier Rob Spence hat bei einem Unfall das Augenlicht auf der rechten Seite verloren. Dort prangt mittlerweile eine winzige, kabellose Kamera. Das Fantastische daran ist, dass diese Kamera die Bilder für den Dokumentarfilm „Eyeborg“ lieferte.

Dieser wird im Rahmen der Promotion für ein Computerspiel eingesetzt, in dessen Welt die künstliche Verbesserung des menschlichen Körpers Alltag ist. Über zwölf Minuten dauert „Eyeborg“, eröffnet wird die Doku mit Bildern aus jener Operation, in der Spence die Kamera verpflanzt bekam.

Im weiteren Verlauf des Films werden andere Träger verschiedener Hightech-Prothesen an den Gliedmaßen vorgestellt. Nahtlos dazwischen fügen sich actiongeladene Szenen des Spiels „Deus Ex: Human Revolution“.

Das Rollenspiel, aus dem Hause Square Enix, spielt im Jahr 2027, in einer fiktiven Gesellschaft, die sich zum Negativen entwickelt hat, in der der Körper des Protagonisten Adam Jensen mehrfach durch „Aufrüstung“ verbessert wurde. Rob Spence zeigt mit seinem Film wie weit die moderne Bionik bereits ist und wie weit sie sich noch entwickeln wird.

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Knut Braun vom Internationalen Bionik-Zentrum an der Universität des Saarlandes sieht den Film mit Skepsis. „Spence‘ Kamera leistet keinen Beitrag zur Wiederherstellung seiner Sehfähigkeit, denn sie sendet die Bilder an ein externes Aufnahmegerät und ist nicht direkt mit dem Körper verbunden.“ Die Forschung im Bereich bionischer Sichthilfen läuft jedoch weiter.

„Es gibt Retina-Implantate, die dem Träger bereits die Erkennung von Umrissen sowie Hell-Dunkel-Kontrasten ermöglichen“, erklärte Braun. (TT)


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