Vierjähriger in Wien verprügelt: Eltern melden sich nicht

Die Sozialarbeiter haben sich mittlerweile auf eine schwierige Spurensuche begeben, denn die Familie stammt aus der Slowakei.

Wien – Ein vierjähriger Bub, der am Sonntag im Wiener Prater von seinem Vater verprügelt worden war, sitzt nach Angaben des ORF weiterhin in einem Krisenzentrum. Beide Elternteile hätten sich bis dato nicht gemeldet. Die Sozialarbeiter haben sich mittlerweile auf eine schwierige Spurensuche begeben, denn die Familie stammt aus der Slowakei.

In den Abendstunden des Sonntags hatte eine Polizeistreife einen Mann mit Kinderwagen beobachtet, der immer wieder Passanten anbettelte und laut Aussendung „auch aufmerksam nach den Handtaschen vorbeigehender Frauen spähte“. Plötzlich begann der 33-Jährige auf den Vierjährigen einzuschlagen, worauf die Beamten eingriffen. Der Bub wurde ins Krisenzentrum gebracht, sein Vater auf freiem Fuß angezeigt.

Seither ist der Slowake untergetaucht. Über die slowakische Botschaft soll jetzt die Adresse des Mannes überprüft werden. Laut ORF-Website versuchen die Betreuerinnen im Krisenzentrum Donaustadt seither, den Buben aufzumuntern. Aber der versteht kein Deutsch, hört der Dolmetscherin zwar zu, sagt aber selbst nichts.

Falls die vom Vater bei der Polizei angegebene Adresse und die Personalien falsch sind und sich innerhalb einer Woche kein Familienmitglied meldet, fängt der Behördenmarathon erst an. Das Wiener Jugendamt muss dann bei Gericht Obsorge für den Buben beantragen. Zudem muss geklärt werden, ob der Vierjährige in Wien bleibt oder ob ihn die slowakischen Behörden in einem dortigen Kinderheim unterbringen und dann nach den Eltern weitersuchen. (APA)


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