USA vergeudeten in Afghanistan und Irak bis zu 60 Milliarden Dollar

Korruption und schlechte Planung: Eine Kommission stellte dem US-Kongress einen Untersuchungsbericht zur Verschwendung von Geldern in Milliardenhöhe bei Pentagon-Aufträgen vor.

Washington - Wegen schlechter Planung, Korruption und fehlender Kontrolle haben die USA in den vergangenen zehn Jahren im Irak und in Afghanistan bis zu 60 Milliarden Dollar an Militärausgaben verloren. Das geht aus dem Abschlussbericht einer unabhängigen Untersuchungskommission hervor. Auf Grundlage von in den vergangenen drei Jahren gesammelten Informationen geht der Ausschuss von Verlusten von mindestens 31 Milliarden Dollar aus, zitierte die Nachrichtenagentur AP aus dem Bericht, der am Mittwoch dem US-Kongress vorgelegt wurde.

Insgesamt könne die Summe bei 60 Milliarden Dollar liegen, erklärte die Untersuchungskommission und sprach von vorsichtigen Schätzungen. Die acht Mitglieder hatten mit Hunderten zivilen Beschäftigten und Mitarbeitern des Militärs gesprochen und waren mehrfach in den Irak und nach Afghanistan gereist. In dem Bericht heißt es, es seien Aufträge an private Dienstleister ohne vorschriftsmäßige Ausschreibung vergeben und unnötige Projekte finanziert worden.

Zu den angeführten Beispielen gehört ein 360 Millionen Dollar schweres Entwicklungsprogramm für die Landwirtschaft in Afghanistan. Zunächst sollten im Rahmen eines 60 Millionen Dollar umfassenden Projekts Gutscheine für Saatgut und Dünger in von Dürre geplagten Regionen im Norden des Landes verteilt werden, später kamen Süd- und Ostafghanistan hinzu. Später sei eine Million Dollar täglich ausgegeben worden, was Verschwendung und Missbrauch des Geldes Tür und Tor geöffnet habe, erklärte die Untersuchungskommission. Als weiteres Negativbeispiel gilt ein mit US-Mitteln gebautes Kraftwerk in Kabul, dessen Betrieb sich die afghanische Regierung nicht leisten kann.

Das Untersuchungsgremium des US-Kongress war noch unter US-Präsident George W. Bush im Frühjahr 2008 gegründet worden, um Berichten über grassierende Verschwendung von Mitteln zu untersuchen. Die Arbeit der Kommission ging eher schleppend vor sich. Erst ein Jahr nach seiner Gründung konnten die Experten ihre Arbeit aufnehmen. Zuletzt soll die Vorstellung des Berichtes jedoch vorverlegt worden sein. Die USA geben für Rüstung, ihre Militärpräsenz und Wiederaufbaumaßnahmen im Ausland mit rund 698 Milliarden US-Dollar (483 Mrd. Euro) mehr aus als jeder andere Staat der Welt, hieß es im Jahresbericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI für 2010. (APA/sda/AFP)

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