Ratten ziehen im Tiergarten Schönbrunn ein

Im eigenen Haus will sie niemand haben. Dass die Nager auch eine faszinierende Seite haben, zeigen sie ab Ende Oktober im Wiener Zoo.

Wien – Obwohl in den eigenen vier Wänden nicht gerne gesehen, sollen sie jetzt im Tierpark Schönbrunn die neue Attraktion werden: die Ratten. Ab Ende Oktober werden drei Arten die Besucher davon überzeugen, dass die Kanalkraxler auch faszinierende Seiten haben. „Neben den bekannten Farbratten, ziehen die rund 45 Zentimeter großen Riesenhamsterratten und die dicht behaarten Riesenborkenratten ein“, berichtete Tiergartendirektorin Dagmar Schratter am Mittwoch in einer Aussendung.

Um die intelligenten Tiere auch entsprechend zu verwöhnen, wird derzeit in Schönbrunn das ehemalige „Mexikohaus“ um rund 190.000 Euro zum Rattenparadies umgebaut. Die beiden Riesenrattenarten werden jeweils ihren eigenen Bereich mit Kletterstrukturen, Höhlen und kleinen Teichen bekommen, die Farbratten sollen in Zukunft eine Anlage im Eingangsbereich bewohnen, sagte die Tiergartendirektorin. Damit die nachtaktiven Tiere auch beobachtet werden können, soll es im neuen Domizil schon zu Mittag dämmern.

Da der Tiergarten um das ambivalente Verhältnis der meisten Menschen zu den grauen Nagern weiß, sollen rund um das Haus viele Informationen das Bild der Besucher geraderücken. So informiert man beispielsweise darüber, dass die in den Savannen Afrikas heimische Riesenhamsterratte beim Aufspüren von Landminen und der Diagnostik von Tuberkulose zum Einsatz kommt. „In der westlichen Kultur ist die Ratte hauptsächlich mit negativen Attributen behaftet. Im asiatischen Raum hingegen wird sie als Symbol für Intelligenz, Ehrlichkeit und Kreativität gesehen“, so Schratter. (APA)

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