Schlepper pferchten 18 Flüchtlinge in Wagen - auch Schwangere

Eine vierstündige Schlepperfahrt unter unmenschlichen Bedingungen hat die Polizei am Dienstag im Burgenland gestoppt: 18 Personen, darunter auch ein Baby und eine Schwangere, mussten sich in einem Kastenwagen auf einer Fläche von 3,5 mal 1,8 Meter zusammenpferchen.

(Symbolfoto)
© thomas boehm

Wien - Wieder ist ein dramatischer Fall von Schlepperei in Österreich aufgeflogen: Die Polizei hat Dienstag früh auf der Ostautobahn (A4) bei Nickelsdorf (Bezirk Neusiedl am See) kurz nach der Grenze zu Ungarn einen Flüchtlingstransport gestoppt. 18 Menschen waren in einem Kastenwagen gepfercht. „Unter den Flüchtlingen befanden sich auch eine schwangere Frau und ein achtmonatiges Baby“, sagte ein Beamter.

Der ungarische Lenker wurde nach Eisenstadt in Untersuchungshaft gebracht. Die Geschleppten kamen in die Erstaufnahmestelle nach Neusiedl am See

Unmenschlicher Transport

Die 18 Personen sind unter unmenschlichen Bedingungen transportiert worden: Die Geschleppten mussten sich in dem Kastenwagen auf einer Fläche von 3,5 mal 1,8 Metern zusammenzwängen. Gestoppt wurden sie nach einer etwa vierstündigen Fahrt.

Im Durchschnitt haben die Flüchtlinge, irakische und türkische Kurden, 2.000 bis 4.000 Euro an eine Schlepperbande bezahlt. Zielländer waren Österreich, Deutschland und die Schweiz. Nach dem sich die 18 Personen in Subotica in Serbien getroffen hatten, wurden sie zunächst zu Fuß über eine grüne Grenze nach Ungarn gebracht. Dort mussten sie sich in den Kastenwagen drängen.

Weiterer Schlepperfall: 35 Personen in Wien aufgegriffen

Nach dem Aufgriff im Burgenland ist am Mittwoch ein weiterer Fall von Menschenschmuggel, diesmal in Wien, bekannt geworden: Zwei Afghanen, 16 und 32 Jahre alt, sollen 35 Personen in die Bundeshauptstadt gebracht haben. Aufgefallen sind die Migranten einem Passanten, weil sie im Bereich des Kuchelauer Hafens in Döbling zum Teil barfuß und mit ihren Habseligkeiten in Plastiksackerln verstaut unterwegs waren, berichtete eine Sprecherin der Polizei.

Der Zeuge verständigte heute gegen 8.30 Uhr die Exekutive. Die Beamten hielten zunächst eine kleine Menschengruppe an, als plötzlich immer mehr Personen zwischen den Sträuchern an einem Treppelweg hervorkamen. Die Flüchtlinge stammen aus Afghanistan, Indien und Pakistan. Unter ihnen befanden sich eine Frau und ein dreijähriges Kind. Sie seien müde, aber nach der Erstversorgung wohlauf, sagte Polizeisprecherin Manuela Vockner.

Bei der Kontrolle stellte sich heraus, dass der 32-Jährige und der 16-Jährige die Reisepässe und das gesamte Bargeld der übrigen Menschen bei sich hatten. Daher gehen die Ermittler davon aus, dass es sich um die Schlepper handelt. Wie die Flüchtlinge nach Wien gekommen sind, ist noch unklar. (APA)


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