Anschlag zum Ramadan-Ausklang in Pakistan

Bei einem Selbstmordanschlag an einer Moschee zum Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan sind im Schiiten-Viertel der südwestpakistanischen Stadt Quetta mindestens zehn Menschen getötet worden. 22 Menschen seien verletzt worden, als sich der Attentäter am Mittwoch auf dem Parkplatz des schiitischen Gotteshauses in einem Wagen in die Luft sprengte, sagte ein Polizeisprecher.

Zum Zeitpunkt des Anschlags seien Hunderte von Gläubigen nach Gebeten zum Ramadan-Ausklang dabei gewesen, die Moschee zu verlassen. Unter den Verletzten sind nach Polizeiangaben Frauen und Kinder, die sich in einem nahe gelegenen Park aufhielten.

In Pakistan begann das Fest des Fastenbrechens (Eid al-Fitr) am Mittwoch. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag in der Hauptstadt der Provinz Baluchistan (Belutschistan). Radikale Sunniten greifen in Pakistan immer wieder Angehörige der schiitischen Minderheit an. Der Südwesten und der Nordwesten des Landes sind Rückzugsgebiete der sunnitischen Taliban.

Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie nach der Explosion Rauch aufstieg. Mehrere geparkte Fahrzeuge fingen Feuer. Nahegelegene Häuser wurden beschädigt. Quettas Polizeichef Ahsan Mehboob sagte, der Attentäter habe das mit Sprengstoff gefüllte Auto in die Moschee steuern wollen. Unklar blieb, warum er sich schließlich auf dem Parkplatz in die Luft sprengte.

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Belutschistan ist Pakistans größte und ärmste Provinz. Belutschen leben auch jenseits der Grenze zu Afghanistan und dem Iran. Militante Separatistengruppen kämpfen in der Region für mehr Autonomie und Kontrolle über Ressourcen. Die iranische Provinz Sistan-Baluchistan ist eine Hochburg des sunnitischen Widerstandes gegen die schiitische Vorherrschaft im Iran.


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