Italiens Team kämpft um EM-Ticket und die Gunst der eigenen Fans

Der Liga-Streik stellt die Beziehung zwischen Kickern und Anhängern auf eine harte Probe. Das Nationalteam soll mit Siegen vermitteln.

Coverciano - Die Machtprobe zwischen Italiens Vereinen und deren Profis geht weiter. Bei einer TV-Aussprache zwischen Damiano Tommasi, dem Präsidenten der Spielergewerkschaft, und Liga-Boss Maurizio Beretta zeigten sich beide Seiten unversöhnlich. Verbandschef Giancarlo Abete fürchtet bereits um den zweiten Startversuch der Liga am kommenden Wochenende. Mitten im italienischen Fußball-Chaos will das Nationalteam wieder für positive Schlagzeilen sorgen und vorzeitig das Ticket für die EM 2012 lösen.

„Der Streik war ein Eigentor für alle“, gab Italiens Teamchef Cesare Prandelli zu. Deshalb geht es in den Qualifikationsspielen am Freitag auf den Färöer und am Dienstag in Florenz gegen Slowenien nicht nur um das EM-Ticket nach Polen und in die Ukraine, sondern auch um eine höhere Mission: „Wir wollen ein anderes Bild des italienischen Fußballs zeigen.“ Die Spiele seien eine große Chance, verspielten Kredit bei den Fans zurückzugewinnen.

Beflügelt vom 2:1 im Freundschaftsspiel gegen Welt- und Europameister Spanien, wollen die „Azzurri“ in der Gruppe C alles klar machen. Vier Spiele vor Schluss führt Italien (16 Punkte) klar vor Slowenien (11) und Nordirland (9). Mit zwei Siegen wäre der vierfache Weltmeister nicht mehr von Platz eins zu verdrängen.

Sorgen bereiten Prandelli allerdings die fehlende Spielpraxis seiner Stars wegen des ausgefallen Serie A-Starts. „Das ist ein Problem“, klagt der „Commissario tecnico“. Im Trainingslager warnte er davon, den Fußballzwerg Färöer zu unterschätzen und sich vom Streit zwischen Italiens Spielergewerkschaft (AIC) und Liga um den neuen Lizenzspielervertrag ablenken zu lassen. (APA, dpa)

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