Außenminister verhaftet - Gaddafi-Sohn will sich ergeben

Außenminister Abdelati al-Obeidi sei verhaftet worden, berichtet ein Reuters-Korrespondent. Gaddafi-Sohn Saadi sei bereit sich zu ergeben, hieß es von Seiten der Rebellen.

Tripolis – Der Außenminister von Muammar al-Gaddafi, Abdelati al-Obeidi, ist am Dienstag auf seiner Farm in Janzour, einem Vorort der libyschen Hauptstadt Tripolis, festgenommen worden. Das berichtete ein Korrespondent der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwochabend. Truppen des Nationalen Übergangsrates riefen demnach „Allahu Akbar“ (Gott ist der Größte), als sie Obeidi abführten.

Den Rebellen zufolge will ein Sohn Gaddafis die Seite wechseln. Unter Garantie der eigenen Sicherheit sei Gaddafis Sohn Saadi bereit, sich zu ergeben, sagte ein Kommandant der Anti-Gaddafi-Einheiten im Fernsehsender Al-Jazeera. Saadi wolle sich der Bewegung anschließen, die seinen Vater gestürzt hatte. Der für Tripolis zuständige Kommandant Abdelhakim Belhadj kündigte an, er wolle Saadis Angebot annehmen. Der US-Fernsehsender CNN berichtete dagegen, Saadi habe Pläne zur Aufgabe dementiert.

Ein weiterer Gaddafi-Sohn hat unterdessen die Anhänger seines Vaters laut einem Bericht des US-Nachrichtensenders CNN zum Widerstand aufgerufen. „Greift die Feinde an, wo immer sie sind“, sagte der zweitälteste Sohn des untergetauchten libyschen Ex-Machthabers Muammar al-Gaddafi in einer Fernsehbotschaft, wie CNN am Mittwochabend berichtete. „Wir sind immer noch da und wir kämpfen. Der Sieg ist nah.“ Die Gegner des Regimes bezeichnete der Gaddafi-Sohn als „Verräter und Ratten.“

In der laut CNN vom Sender Al Rai TV ausgestrahlten Botschaft behauptet Saif al-Islam, er halte sich in einem Vorort der Hauptstadt Tripolis auf. Mit Blick auf seinen Vater sagte er: „Dem Führer geht es gut, wir trinken Tee und Kaffee.“

Die NATO verstärkte unterdessen ihre Luftangriffe in der Region um Bani Walid, wo die Aufständischen den Aufenthaltsort Gaddafis vermuten. Die Militärallianz bombardierte in der Gegend der südöstlich von Tripolis gelegenen Stadt sechs Ziele. Erneute Angriffe flog die Militärallianz am Dienstag demnach auch in der Region von Gaddafis Heimatstadt Sirte.

Die NATO richtet sich darauf ein, auch nach dem Ende ihres Militäreinsatzes mit Schiffen und Flugzeugen vor und über Libyen präsent zu bleiben. Dies vereinbarten die Vertreter der 28 NATO-Staaten am Mittwoch im NATO-Rat in Brüssel. Eine Entsendung von Bodentruppen komme nicht in Frage. Aufklärungsflugzeuge im Himmel über Libyen und Schiffe vor der Küste seien aber für einen begrenzten Zeitraum möglich, sofern dies von der künftigen libyschen Regierung gewünscht werde, hieß es in der NATO-Zentrale. (APA)


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