Krankenschwester dementiert Spendenvorwurf gegen Sarkozy

In der „Bettencourt-Affäre“ gibt es bereits seit Sommer vergangenen Jahres Gerüchte über illegale Parteienfinanzierung.

Paris – Eine ehemalige Krankenschwester der Milliardärin Liliane Bettencourt hat dementiert, einen Spendenvorwurf gegen Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy erhoben zu haben. Sie habe weder der Untersuchungsrichterin Isabelle Prevost-Desprez noch einer Gerichtsschreiberin gesagt, dass Sarkozy vor seiner Wahl 2007 Bargeld von der schwerreichen Haupteignerin des Kosmetikkonzerns L‘Oreal angenommen habe, sagte die Krankenschwester am Mittwoch der Wochenzeitschrift „Marianne“.

Zuvor hatten mehrere Zeitungen Auszüge aus einem Buch zweier Journalisten der Zeitung „Le Monde“ veröffentlicht, in dem dieser Vorwurf erhoben wird. Das Präsidentenbüro hatte die Anschuldigungen zurückgewiesen. Die Journalisten Gerard Davet und Fabrice Lhomme zitieren in dem Buch die Untersuchungsrichterin Prevost-Desprez mit der Aussage, die Krankenschwester habe die Bargeld-Spende einer Gerichtsschreiberin geschildert.

Die Aussage fiel demnach aber nach der offiziellen Vernehmung, da sich die Krankenschwester angesichts von Morddrohungen nicht traute, den Vorwurf offiziell zu Protokoll zu geben. Prevost-Desprez hatte zeitweise zu mutmaßlichen Spenden Bettencourts an Sarkozy ermittelt. Der Juristin wurden im Herbst 2010 die Ermittlungen entzogen. Der Fall wurde an Untersuchungsrichter im südwestfranzösischen Bordeaux verwiesen. Sie müssen nun entscheiden, ob sie Prevost-Desprez und die frühere Krankenschwester vernehmen wollen.

Die Vorwürfe, Sarkozys Partei UMP habe für ihren Wahlkampf im Jahre 2007 illegale Spenden entgegengenommen, sind nicht neu: Die frühere Bettencourt-Buchhalterin Claire Thibout hatte ebenfalls von Spenden berichtet, die über den früheren Finanzminister Eric Woerth geflossen sein sollen. Woerth wurde im Zuge der Bettencourt-Affäre aus der Regierung entlassen. (APA/AFP)


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