Beate Schrott sprintete bei WM ins Hürden-Halbfinale

Die österreichische Rekordhalterin qualifizierte sich als Vierte in ihrem Lauf dirket für die Vorschlussrunde. Mit ihrer Zeit von 13,25 Sekunden war sie nicht zufrieden.

Daegu – Wie groß die Nervosität auch war, sie wollte sich von ihr keinen Strich durch die Rechnung machen lassen. Beate Schrott hielt den Druck stand und bescherte dem Österreichischen Verband mit dem Erreichen des Halbfinales über 100 m Hürden einen kleinen Erfolg bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Daegu. „Nun kann ich gelöster in den nächsten Lauf gehen. Ich möchte eine Zeit von 13,0 laufen“, hat sich die 23-jährige für Samstag (12.15 Uhr/MESZ) vorgenommen.

Schrott war auf Bahn sieben gelost worden und hatte eine Läuferin mit schlechterer Saisonbestleistung neben sich. „Ich wäre gerne neben den ganz Schnellen gewesen, um gleich Kontakt zu haben und dranzubleiben. Das wünsche ich mir für das Halbfinale, dann kann ich mich richtig an die Fersen picken“, sagte die St. Pöltenerin, die mit ihrer Zeit von 13,25 freilich nicht zufrieden war. Als Vierte ihres Vorlaufes war sie direkt aufgestiegen, es hätte aber gerade auch noch über die Zeitregel gereicht.

Auf den ersten drei Hürden lief es für Schrott nicht, wie es sein sollte. „Da war ich einfach nicht aggressiv genug. Das spielte die Nervösität eine Rolle“, merkte sie an. Am Vortag sei sie alle halbe Stunde gefragt worden, wie es ihr gehe, das sei schlimm gewesen und dadurch sei sie erst recht noch nervöser geworden. Schrott hatte 2010 bei der Freiluft-EM in Barcelona im Vorlauf einen Fehlstart produziert, das sollte nicht wieder passieren.

„Jeder Wettkampf ist ein neuer Wettkampf. Ich hatte das heuer bei der Hallen-EM und der Universiade schon ziemlich abgehakt. Aber allein schon die Tatsache, dass das hier eine Weltmeisterschaft ist, ist ein Grund, besser aufzupassen. Wenn ich in Österreich raus schieße, ist es egal, da ärgert man sich zehn Minuten und es ist vorbei. Wenn das hier passiert, ärgert es dich wochenlang, das ist tragisch“, sagte Schrott. Auch wenn man einen Fehlstart für sich abgehakt habe, sei es immer ein Thema. „Du musst dich trotzdem wieder darauf konzentrieren. Man sieht, es ist niemand davor gefeit.“

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Schrott war in einem Vorlauf mit der Australiern Sally Pearson, die in 12,53 Schnellste des ganzen Feldes war. Weil die Österreichern mit Jung Hye-lim auch eine Südkoreanerin zur Gegnerin hatte, war der Lärmpegel im Stadion hoch: „Ich weiß, dass das der Koreanerin galt. Aber es macht Spaß! Dass ich da laufen kann, ist eine Belohnung für die ganze harte Arbeit, die man über das ganze Jahr macht. So sehe ich das. Ich denke, das hat man sich verdient, dann soll man das auch genießen.“

Am 30. Juli verbesserte Schrott den von ihr gehaltenen österreichischen Rekord auf 12,95 Sekunden, am Freitag war sie davon weit entfernt. „Wir hatten auch Gegenwind, aber ich habe es beim Aufwärmen schon gespürt und dann bis zur ersten Hürde nicht so geschafft wie sonst. Aber morgen ist ein anderer Tag.“ Die bei der Universiade zugezogene Sprunggelenksverletzung behinderte die Athletin von Trainer Philipp Unfried nicht. „Kein Problem. Es ist aber leicht angeschwollen und ich habe einen leichten Schmerz drinnen, das werden wir jetzt gleich therapieren.“

Schrott ist die einzige des ÖLV-Quartetts, die in Daegu eine Runde weitergekommen ist. Gerhard Mayer verpasste im Diskuswurf um 91 Zentimeter den Finaleinzug, Andreas Vojta schrammte um 26/100 Sekunden am Halbfinale über 1.500 Metern vorbei. Speerwerferin Elisabeth Eberl fehlten 3,17 Meter im Speerwurf, mit 56,48 Metern hatte sie aber die drittgrößte Weite ihrer Karriere erzielt. (APA)


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