Erstes Kulturprojekt von Ars Electronica und CERN

Die Ausstellung „Origin - Erforschung des Urknalls“, Symposien mit hochkarätigen Gästen und ein weiteres Projekt sind die Eckpfeiler der Kooperation der Ars Electronica mit CERN, der Europäischen Organisation für Kernforschung mit Sitz in Genf. Es ist das erste offizielle Kulturprojekt der Einrichtung, wie der 51-jährige Teilchenphysiker Michael Doser im APA-Gespräch erzählt.

Die Partnerschaft zwischen den beiden Institutionen soll länger dauern und macht die neue Kulturpolitik des CERN sichtbar. Einzelne Kooperationen mit Künstlern habe es schon früher auf Privatinitiative gegeben, doch nun gehe man einen offiziellen Weg, so Doser. Die Leiterin des Kulturprogrammes Art@CERN, Ariane Koek, habe festgestellt, dass genau das gefehlt habe. Außerdem werde durch ein Gremium eine gewisse Qualität der Teilnehmer garantiert. Denn gewünscht ist ein echter Austausch.

„Wissenschaft vermittelt Verständnis, Kunst vermittelt Bedeutung, in dem Sinn sind die beiden komplementär. Verständnis prallt in einer kreativen Kollision auf Bedeutung“, erklärte Doser, der in Graz geboren ist und seit seinem Doktorat 1983 am CERN forscht. Diese Öffnung auch in die Literatur, Musik, Tanz und Theater, sei keine PR-Übung, „hat aber diese Auswirkung“. Vielmehr sei sie ein Wandel der Generationen, „ein Erkennen, dass die Grundlagenforschung nicht in einem Elfenbeinturm stehen soll, sondern Teil eines kulturellen Dialogs sein muss“.

Doser arbeitete an der Ausstellung „Origin - Die Erforschung des Urknalls“ im Ars Electronica Center (AEC) mit. Im Mittelpunkt stehen der Teilchenbeschleuniger Large Hadron Collider (LHC) und die Suche nach dem Higgs-Teilchen, das eine große Bedeutung beim Aufbau des Universums haben soll. Gelingt es nicht, das Teilchen in der Praxis nachzuweisen, muss das derzeit gültige Standardmodell der Teilchenphysik in Zweifel gezogen werden.

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Doser ist das erste Mal bei der Ars Electronica. Mit der Ars Electronica gebe es viele Gemeinsamkeiten, allein von der Art zu denken und wegen der Verbundenheit mit Technik. „Dadurch sprechen wir schon dieselbe Sprache. Ich bin ja auch an Kunst interessiert, entwerfe sogar selbst Schmuck, habe Ideen für verrückte Sachen. Ich würde gern etwas machen, das Ringe mit Elektronik verbindet.“


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