Nie mehr wieder: Unis lehnen Voranmeldung für die Zukunft ab

Die verpflichtende Voranmeldung hat den Unis heuer keine Vorteile bringen können. Die Vizerektoren erteilen dem System für kommendes Jahr eine Absage.

Wien - Keinerlei Planungssicherheit hat die erstmals verpflichtende Uni-Voranmeldung, die am 31. August zu Ende ging, aus Sicht der Universitäten gebracht. In Folge dessen lehnen die Vizerektoren eine Wiederholung des Systems im kommenden Jahr ab. Stattdessen solle, so ein Vorschlag, die Zulassungsfrist vorverlegt werden und zwei Wochen vor Semesterbeginn enden

Das gab Margret Friedrich, Vizerektorin der Uni Innsbruck und Vorsitzende des „Forum Lehre“ am Freitag im Rahmen des „Forum Lehre“ der Universitätenkonferenz (uniko) in Wien an. „Endet die Zulassungsfrist bereits zwei Wochen vor Semesterbeginn, haben wir die realen Inskriptionszahlen und können mit diesen auch arbeiten“, so Friedrich.

„Hat nicht funktioniert“

Die Voranmeldung, die von Wissenschaftsminister Töchterle zur besseren Planungssicherheit der Universitäten eingeführt worden war, werde damit obsolet. „Das Instrument hat nicht funktioniert, das braucht man weder zu wiederholen noch wiederzubeleben“, meinte Friedrich. Als nächsten Schritt wolle man sich mit der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) zusammensetzen, um Vorschläge zu diskutieren.

Wie mit jenen Interessenten, die die Voranmeldefrist heuer versäumt haben, umgegangen wird, sei Sache der einzelnen Universitäten, die die Einzelfälle gesondert prüfen werden.

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Doppelt so viele Interessenten wie Studienanfänger 2010

uniko-Präsident Hans Sünkel hatte am Donnerstag in einem APA-Interview gesagt, man müsse „selbstverständlich kulant sein“, wenn es um „einige wenige“ Betroffene geht. Sollten es aber Zigtausende sein, müsste man mit dem Ministerium die weitere Vorgangsweise besprechen.

Laut einer Aussendung am Freitag ist die endgültige Zahl der vorangemeldeten Interessenten (31.319) mehr als doppelt so hoch wie jene der Studienanfänger im Vorjahr (14.742). Laut Uni Wien kommen 62 Prozent der Voranmeldungen aus Österreich und 38 Prozent von internationalen Interessenten (17 Prozent aus Deutschland); im Vorjahr waren insgesamt 32 Prozent der Studienanfänger internationale Studenten.


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