Ein schwarzer Monat liegt hinter, eine harte Zeit vor den USA

Die Arbeitslosigkeit in den USA bleibt hoch und das Wachstum für 2011 und 2012 trübt sich ein. Der Ruf nach Eingriffen der Fed wird lauter.

Washington – Erst drohende Staatspleite, dann Börsenturbulenzen und jetzt auch noch Stillstand am Arbeitsmarkt: Der August hat sich für die USA als schwarzer Monat erwiesen. Erstmals seit knapp einem Jahr wurden keine Jobs mehr geschaffen. Die Regierung geht nicht von einer raschen Besserung aus. Sie senkte ihre Wachstumsprognosen sowohl für dieses als auch für das kommende Jahr deutlich und rechnet mit einer anhaltend hohen Arbeitslosigkeit. Damit fallen die USA bis auf weiteres als Motor der Weltwirtschaft aus. Präsident Barack Obama will kommende Woche sein Rezept für mehr Jobs vorstellen. An den Finanzmärkten wird bereits spekuliert, dass die Notenbank Federal Reserve noch mehr Geld in die Wirtschaft pumpen wird.

In dem von Börsenturbulenzen und einer drohenden US-Staatspleite geprägten August stagnierte die Zahl der Beschäftigten überraschend, teilte das Arbeitsministerium in Washington am Freitag mit. Von Reuters befragte Analysten hatten ein Plus von 75.000 erwartet. Eine schlechtere Arbeitsmarktbilanz hatte es zuletzt im September 2010 gegeben, als sogar Stellen wegfielen. Im Juni und Juli wurden zudem 58.000 Jobs weniger geschaffen als bisher angenommen. Die Arbeitslosigkeit verharrte mit 9,1 Prozent auf hohem Niveau. An der Börse weckte das neue Rezessionsängste: Die führenden Indizes an der Wall Street fielen im frühen Handel um rund zwei Prozent. Der Deutsche Aktienindex DAX sackte zeitweise um vier Prozent ab.

„Ein harter Monat für die Volkswirtschaft“

„Der August war ein harter Monat für die Volkswirtschaft. Die Unternehmen haben die Einstellung von Mitarbeitern erst einmal verschoben“, sagte Ryan Sweet von Moody‘s Analytics angesichts des Ausverkaufs an den Aktienmärkten. Er begann mit der historischen Herabstufung der Kreditwürdigkeit der mit rekordhohen Schulden kämpfenden USA durch die Ratingagentur Standard & Poor‘s. Das hatte es bis dahin noch nie gegeben. „Stagnation bedeutet bei einer wachsenden Bevölkerung eigentlich bereits einen Rückschritt“, sagte Postbank-Analyst Heinrich Bayer.

Allerdings trug auch ein Sondereffekt zu dem schwachen Ergebnis bei: Wegen eines Streiks beim Telekomkonzern Verizon fielen allein 45.000 Mitarbeiter aus der Beschäftigungsbilanz heraus. „Die US-Wirtschaft durchläuft eine Phase außerordentlich schwachen Wachstums, die sich für viele Haushalte in den USA wie eine Rezession anfühlt“, sagte Stefan Schilbe von HSBC Trinkaus.

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung ab sofort bis auf Weiteres kostenlos digital abrufen

TT E-PaperTT E-Paper

Die hartnäckig hohe Arbeitslosigkeit drückt den privaten Konsum, der für mehr als zwei Drittel der Wirtschaftsleistung der USA steht. Das Bruttoinlandsprodukt werde in diesem Jahr nur um 1,7 und im kommenden um 2,7 Prozent wachsen, erklärte das Präsidialamt. Bisher kalkulierte die Regierung mit 2,6 und 3,6 Prozent. Die Arbeitslosenquote wird der Prognose zufolge in diesem Jahr bei 9,1 Prozent liegen und 2012 nur minimal auf 9,0 Prozent zurückgehen.

Die hartnäckig hohe Arbeitslosigkeit gefährdet die Wiederwahl von Obama im kommenden Jahr. Der Präsident will am 8. September seine Pläne für mehr Wachstum und Beschäftigung vorlegen. „Die Projektionen machen deutlich, dass die Wirtschaft rasch angekurbelt werden muss“, sagte der Chefhaushälter im Präsidialamt, Jack Lew.

Experten rechnen damit, dass Zentralbankchef Ben Bernanke die Notenpresse anwerfen und frisches Geld in die Wirtschaft pumpen wird. „Wer noch Zweifel hatte, dass die Fed Ende September noch mal nachlegt, dürfte jetzt nicht mehr zweifeln“, sagte WestLB-Experte Holger Sandte. Die Notenbank hatte Mitte des Jahres ihr letztes Programm im Volumen von 600 Mrd. Dollar (421 Mrd. Euro) auslaufen lassen. Sie denkt aber über den Einsatz neuer Instrumente im Kampf gegen die Konjunkturflaute nach.

Trotz der mauen Konjunktur soll die Neuverschuldung kräftig zurückgefahren werden. 2012 soll das Staatsdefizit auf 6,1 Prozent sinken von 8,8 Prozent in diesem Jahr. Experten bezweifeln aber, dass ein kräftiger Defizitabbau angesichts widriger Rahmenbedingungen gelingen wird. „Der Präsident geht davon aus, dass das Defizit von 1,3 Bill. Dollar auf 473 Mrd. Dollar 2014 sinkt. Sollen wir das wirklich glauben?“, fragte Chris Edwards vom Cato Institute in Washington. „Das scheint doch eine sehr optimistische Annahme zu sein.“

Ein schwarzer Monat

Erst drohende Staatspleite, dann Börsenturbulenzen und jetzt auch noch Stillstand am Arbeitsmarkt: Der August hat sich für die USA als schwarzer Monat erwiesen. Erstmals seit knapp einem Jahr wurden keine Jobs mehr geschaffen. Die Regierung geht nicht von einer raschen Besserung aus und senkte ihre Wachstumsprognosen. Damit fallen die USA bis auf weiteres als Motor der Weltwirtschaft aus.

In dem von Börsenturbulenzen und einer drohenden US-Staatspleite geprägten August stagnierte die Zahl der Beschäftigten überraschend, teilte das Arbeitsministerium in Washington am Freitag mit. Analysten hatten ein Plus von 75.000 erwartet. Eine schlechtere Arbeitsmarktbilanz hatte es zuletzt im September 2010 gegeben, als sogar Stellen wegfielen. Im Juni und Juli wurden zudem 58.000 Jobs weniger geschaffen als bisher angenommen. Die Arbeitslosigkeit verharrte mit 9,1 Prozent auf hohem Niveau.

An der Börse weckte das neue Rezessionsängste: Die führenden Indizes an der Wall Street fielen im frühen Handel um rund zwei Prozent. Der Deutsche Aktienindex DAX sackte zeitweise um vier Prozent ab. Präsident Obama will kommende Woche sein Rezept für mehr Jobs vorstellen. An den Finanzmärkten wird bereits spekuliert, dass die Notenbank Federal Reserve noch mehr Geld in die Wirtschaft pumpen wird.

Die hartnäckig hohe Arbeitslosigkeit drückt den privaten Konsum, der für mehr als zwei Drittel der Wirtschaftsleistung der USA steht. Das Bruttoinlandsprodukt werde in diesem Jahr nur um 1,7 und im kommenden um 2,7 Prozent wachsen, erklärte das Präsidialamt.


Kommentieren


Schlagworte