Alaba: „Trainer hat mit Pleite nichts zu tun, wir sind selbst schuld“

Zumindest sind die Differenzen innerhalb der Mannschaft in der Causa Marko Arnautovic ausgeräumt.

Gelsenkirchen - Marko Arnautovic hat nach dem 2:6 in der Fußball-EM-Qualifikation gegen Deutschland sein Schweigegelübde abgelegt. Mit kecken Sprüchen hielt sich der Werder-Bremen-Legionär am Freitag in Gelsenkirchen angesichts des Debakels aber zurück, vielmehr überwog das Gefühl der Demütigung ausgerechnet gegen die Auswahl seiner Wahlheimat.

„So wie wir gespielt haben, war das nicht akzeptabel“, kritisierte der 22-Jährige. „Ich sage nicht, dass die Abwehr und das Mittelfeld schuld sind. Wir sind alle schuld.“ Nach fünfmonatiger Nationalteam-Abwesenheit gelang Arnautovic immerhin ein Tor und ein Assist. „Aber das nützt alles nichts, wir haben verloren. Wie, das müssen wir untereinander klären“, ärgerte sich der Offensivspieler.

Die Heimreise trat der Wiener im ÖFB-Dresscode mit grauem Anzug an, beim Hinflug hatte er noch Jeans, Turnschuhe und Kapperl getragen. Mit ähnlichen Extravaganzen hatte sich Arnautovic in der Vergangenheit den Unmut vieler Mannschaftskollegen zugezogen, doch nun sind angeblich sämtliche Differenzen beseitigt. „Es ist alles geklärt. Wir sind alle wieder Freunde, ich bin von der Mannschaft gut aufgenommen worden“, beteuerte der Ex-Inter-Mailand-Kicker, der diesmal die meiste Zeit an vorderster Front agiert hatte.

Harnik: „Deutschland auf jeder Position besser“

Sein Sturm-Kollege Martin Harnik gab sich nach der Abfuhr in seinem Geburtsland zerknirscht. „Deutschland war auf jeder Position besser als wir. Wir haben es überhaupt nicht geschafft, ihre drei zentralen Mittelfeldspieler in den Griff zu bekommen. So haben sie uns mehr oder weniger vorgeführt“, erklärte der Stuttgart-Spieler.

Der Klasseunterschied sei einfach zu groß gewesen. „Wir haben zwar 90 Minuten nicht aufgegeben, aber wenn wir ein Tor geschossen haben, haben die Deutschen eins nachgelegt. Wären wir bis auf ein Tor herangekommen, wäre es vielleicht noch einmal spannend geworden, doch so sind sie nie hektisch geworden“, meinte Harnik.

Der 24-Jährige warnte allerdings davor, nach dem Debakel in Depressionen zu verfallen. „Wir brauchen jetzt nicht alles zu hinterfragen oder schlechtzureden. Wir haben gute Ansätze und müssen uns daran festhalten, dass wir zwei Tore gemacht haben.“ Die aktuelle Teamchef-Debatte lässt Harnik kalt. „Die gibt es doch schon seit Monaten, das ist für uns und den Teamchef nichts Neues.“

Alaba nimmt Teamchef in Schutz

Unterstützung für Dietmar Constantini kam von David Alaba. „Wir stehen voll hinter dem Trainer. Er hat mit der Niederlage nichts zu tun, wir sind selbst schuld“, beteuerte der Bayern-Mittelfeldspieler. „In den ersten 30 Minuten waren wir nicht auf dem Platz. Es war einfach nicht unser Tag, wir sind nur dem Ball hinterhergelaufen.“

Ähnlich klang die Analyse von Christian Fuchs. „Wir haben die erste halbe Stunde komplett verschlafen und den Deutschen viel zu viel Raum gegeben“, bemängelte der Kapitän und wehrte sich gegen allzu heftige Kritik. „Unser Ziel war, gut auszusehen und vielleicht einen Punkt mitzunehmen. Man kann von uns nicht erwarten, dass wir Deutschland an die Wand spielen“, betonte der Schalke-Legionär nach dem Debakel in seinem Heimstadion.

Aufmunternde Worte kamen von den Siegern. „Die Österreicher haben uns im Juni in Wien große Probleme bereitet. Da hat man gesehen, was sie können“, sagte DFB-Kapitän Philipp Lahm, und Bastian Schweinsteiger ergänzte: „Österreich hat aus drei Chancen zwei Tore gemacht, das ist doch auch nicht schlecht.“ (APA)


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