Ausgerechnet am „Fair-Play-Tag“ flogen bei Spanien - Chile die Fäuste

In der Liga erbitterte Feinde, im Nationalteam eine Einheit - das bewiesen Spaniens Starkicker am Freitag beim Test gegen Chile.

Madrid - Ausgerechnet am Fair-Play-Tag der Europäischen Fußball-Union (UEFA) hat Weltmeister Spanien ein falsches Zeichen gesetzt. Beim spektakulären 3:2-Sieg im Freundschaftsspiel gegen Chile nach 0:2-Rückstand gerieten im Finish die Spieler beider Teams aneinander. Bei Chile sahen gleich zwei Akteure die Rote Karte.

In St. Gallen sahen am Freitagabend 20.000 Zuschauer ein aufregendes Match. Die erst am Dienstag wieder in der EM-Qualifikation engagierten Spanier lagen nach 20 Minuten 0:2 in Rückstand, nach der Pause sorgten die eingewechselten Andres Iniesta und Cesc Fabregas aber für die Wende. Fabregas traf in der 71. Minute und sorgte in der Nachspielzeit für den - etwas glücklichen - Siegtreffer. Erst im Nachschuss fand sein schmeichelhafter Penalty den Weg ins Netz.

Danach eskalierte das Geschehen, nachdem einige Spieler wegen eines bösen Fouls an Iniesta aneinandergeraten waren und sich am Ende fast alle auf dem Feld befindlichen Akteure an der Remplerei und Schlägerei beteiligten. Trainer und Spieler spielten den Vorfall danach aber herunter. „Es war ein ausgezeichnetes Spiel und solche Dinge passieren in der Hitze des Gefechtes nun mal“, winkte Spaniens Chef Vicente del Bosque ab.

Auf spanischer Seite sah man sogar etwas Gutes an diesem Vorfall, der ausgelöst worden war, weil Barcelona-Spieler Sergio Busquets seinem Teamkollegen Alvaro Arbeloa von Real Madrid zu Hilfe geeilt war. Damit seien alle Vermutungen, die Nationalspieler dieser beiden Clubs seien verfeindet, begraben, erklärte Iniesta. „Wir kämpfen für dieselbe Sache, wir sind Teamkollegen“, sagte er.

Auch die Tageszeitung „Marca“ war über dieses Zeichen der Zusammengehörigkeit erfreut. „Am Ende war auf dem Spielfeld Krieg. Aber zwischen den Nationalspielern von Barcelona und Real Madrid wurde Frieden ausgerufen. Sie haben alle zusammengehalten.“ Nach den ständigen Auseinandersetzungen - zuletzt im Supercup-Rückspiel - war man besorgt gewesen, dass sich die Fehden zwischen den Spielern der beiden rivalisierenden Groß-Clubs auch auf das spanische Nationalteam auswirken könnten. (APA)


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