Auf in die Antarktis: „Happy Feet“ schwimmt nun alleine

2000 Kilometer hat der gestrandete Pinguin nun vor sich, bis er wieder in seiner Heimat ist. Am Sonntag wurde das Tier in die Freiheit entlassen.

Wellington – Der in Neuseeland gestrandete Kaiserpinguin Happy Feet hat seine eigenständige Heimreise in die Antarktis angetreten. Ein Forschungsschiff entließ das Tier am Sonntag in die Freiheit. „Es ist ein unbeschreibliches Gefühl zu sehen, wenn ein Patient endlich freigelassen wird“, sagte die Tierärztin Lisa Argilla, die Happy Feet seit seinem Auffinden in Neuseeland Ende Juni behandelt hatte. Der Pinguin wurde in der Nähe der Campbell-Inseln ausgesetzt, von wo aus er noch 2000 Kilometer zurück in seine Heimat vor sich hat.

Um seine kalte und komfortable Kiste an Bord des Forschungsschiffes „Tangaroa“ zu verlassen, habe der Pinguin „etwas liebevolle Unterstützung“ gebraucht, sagte Argilla. Wegen der rauen See wurde er auf einer eigens für ihn gebauten Rutsche hinterrücks ins Wasser befördert. Sobald er im Wasser gewesen sei, sei er abgetaucht, sagte die Tierärztin. Der Pinguin ist mit einem satellitengestützten Ortungssystem ausgestattet. Wissenschaftler und Interessierte können seine Reise unter anderem auf der Internetseite des Zoos von Wellington mitverfolgen.

Der Kaiserpinguin war im Juni überraschend an einem Strand in Neuseeland aufgetaucht, rund 3000 Kilometer von der Antarktis entfernt, seiner eigentlichen Heimat. Kurz darauf verschlechterte sich sein Gesundheitszustand, so dass er in den Zoo von Wellington gebracht werden musste. In Neuseeland ist es viel zu warm für einen Kaiserpinguin, der arktische Kälte gewohnt ist. Das nach dem Pinguin-Animationsfilm „Happy Feet“ benannte Tier hatte irrtümlich Sand gefressen - in der Antarktis fressen Pinguine Schnee, wenn ihnen zu warm wird.

Nach mehreren medizinischen Eingriffen konnte Happy Feet mit einer Diät aus Fischshakes wieder aufgepäppelt werden. Er nahm seitdem vier Kilogramm zu und hat nun mit seinen 27,5 Kilogramm wohl ausreichend Fettreserven, um die anstrengende Reise zu meistern.

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Wo der Kaiserpinguin sich gerade aufhält, sehen Sie hier: http://www.nzemperor.com/ (APA/AFP)


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