Israel lehnt Entschuldigung an Türkei weiter ab

Auch nach der Eskalation des Streits mit der Türkei lehnt Israel eine Entschuldigung für den blutigen Einsatz gegen die Gaza-Hilfsflotte vor 15 Monaten weiter ab. „Israel bedauert den Verlust menschlichen Lebens“, sagte der israelische Ministerpräsident Netanyahu am Sonntag während der Kabinettssitzung in Jerusalem.

„Wir müssen uns aber nicht dafür entschuldigen, dass wir unsere Bürger schützen“, so Netanyahu weiter. Es sei allerdings nie Israels Absicht gewesen, dass sich die Beziehungen zu dem ehemaligen türkischen Bündnispartner derart verschlechtern.

Auslöser für den jüngsten Streit zwischen Israel und der Türkei war ein Untersuchungsbericht der Vereinten Nationen zu den Vorfällen. Bei der israelischen Kommandoaktion auf dem türkischen Schiff „Mavi Marmara“ waren neun Türken getötet worden. In dem UNO-Untersuchungsbericht wird Israels Position in wesentlichen Punkten gerechtfertigt. Nach Meinung der UNO-Kommission durften sich die israelischen Soldaten gegen Angriffe der Menschen an Bord des türkischen Schiffes wehren. Dabei hätten sie jedoch exzessive Gewalt angewendet.

Die Türkei wies nach Bekanntwerden des Berichts am Freitag den israelischen Botschafter aus und legte alle Militärabkommen mit Israel auf Eis. Der türkische Staatspräsident Abdullah Gül drohte mit weiteren Schritten. Die palästinensische Autonomiebehörde im Westjordanland kritisierte den UNO-Bericht, weil dieser die israelische Seeblockade des Gazastreifens als rechtmäßig bezeichnete.

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung ab sofort bis auf Weiteres kostenlos digital abrufen

TT E-PaperTT E-Paper

Kommentieren


Schlagworte