Nach misslungener OP an Mädchen zahlte Tilak

Nachdem eine Tiroler Familie nach einer misslungenen Leistenbruchoperation an ihrer inzwischen dreijährigen Tochter Nadina Ende August Schadenersatzklage eingebracht hatte, hat der landeseigene Krankenhauserhalter Tilak nun eine „erste Soforthilfe“ von 70.000 Euro an das seit damals schwerbehinderte Mädchen bezahlt. Gefordert wurden 362.000 Euro, davon 200.000 Euro Schmerzensgeld.

Als „Zynismus“ bezeichnete Gabriele Fischer, Sprecherin des „Elternvereins Kinderklinik“, die Überweisung nach beinahe vier Jahren in der Sonntags-Ausgabe der „Kronen Zeitung“. „Die Summe ist auf die Lebenszeit des Mädchens nicht einmal der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein“, wurde Fischer in dem Blatt zitiert. Ihrer Meinung nach handle das „Management der Tilak menschenverachtend und inkompetent.“

„Diese 70.000 Euro klingen ohne Hintergrundwissen nach viel Geld“, führte der Anwalt der Familie, Thomas Juen, aus. De facto decke diese Summe aber nicht einmal Nadinas Pflegeaufwand für ein Jahr, berechnete der Jurist in dem Bericht. Neben der Schadenersatzklage forderte Juen auch die Haftung der Tilak für künftige Schäden der Operation. Für ihn seien die 70.000 Euro weder ein Schuldeingeständnis noch eine Entschuldigung.

Vonseiten der Tilak hieß es gegenüber der „Krone“, dass „jede Entschuldigung und jede Leistung bei so einem Schicksal zu wenig sei.“ Zuerst müsse die Schuldfrage vom Gericht geklärt werden. Bereits Ende August hatte die Tilak betont, dass man an einer restlosen Aufklärung interessiert sei.

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Am 25. August hatte die Familie die Klage eingebracht. Die kleine Nadina war am 4. Jänner 2008 im Alter von sechs Wochen am Landeskrankenhaus Innsbruck operiert worden. Bei der Behandlung kam es zu Komplikationen, die mit einem massiven Gehirnschaden des Kindes endeten. Das Mädchen leide laut dem Anwalt unter anderem an tiefgreifenden Entwicklungs- und komplexen Wahrnehmungsstörungen, einer zerebralen Sehstörung und einer schweren Epilepsie mit therapieresistenten Krampfanfällen.


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