Reagan-Attentäter könnte aus Psychiatrie entlassen werden

Vor 30 Jahren schoss John Hinckley auf den damaligen US-Präsidenten - um Schauspielerin Jodie Foster zu beeindrucken. Er wurde wegen Unzurechnungsfähigkeit in die Psychiatrie eingewiesen.

Washington – 30 Jahre nach dem Attentat auf den damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan könnte der Angreifer John Hinckley aus der Psychiatrie entlassen werden. Ärzte und Anwälte des St. Elizabeth‘s Hospital in Washington haben vor Gericht eine Freilassung des heute 56-Jährigen beantragt, wie der Nachrichtensender CNN auf seiner Website berichtete. Hinckley solle es ermöglicht werden, in der Nähe seiner 85 Jahre alten Mutter im US-Bundesstaat Virginia zu leben.

Die Staatsanwaltschaft will eine Entlassung Hinckleys dagegen verhindern. In am Freitag bei Gericht eingegangenen Dokumenten heißt es laut CNN, Hinckley sei weiterhin zu „großer Gewalt“ fähig. Angesichts seines Geisteszustandes sei nicht auszuschließen, dass er erneut gewalttätig werde. Der Antrag des St. Elizabeth‘s Hospital auf einen „Genesungsurlaub“ für Hinckley war bereits im Juli eingereicht worden, er war aber bisher vertraulich und wurde nun bekannt, weil die Staatsanwaltschaft aus ihm zitierte. Richter Paul Friedman setzte in der Angelegenheit von Ende November an einwöchige Anhörungen an.

Hinckley hatte Reagan am 30. März 1981 vor einem Hotel in Washington niedergeschossen. Der Präsident, sein Sprecher James Brady und zwei Sicherheitsbeamte erlitten bei dem Anschlag schwere Verletzungen. Als Motiv für seine Tat gab Hinckley an, er habe die Aufmerksamkeit der Schauspielerin Jodie Foster erregen wollen. Im Prozess gegen den Attentäter erkannte ein Schwurgericht im Juni 1982 auf Unzurechnungsfähigkeit und wies Hinckley in die Psychiatrie ein. (APA/AFP)


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