Kampfansage der Demonstranten, Proteste weiten sich aus

Auch in Boston, Los Angeles und Chicago wird nun gegen die Macht der Finanzkonzerne und soziale Ungleichheit demonstriert.

New York – Nach der Festnahme von 700 Demonstranten in New York am Wochenende haben sich die Proteste gegen die Macht der Finanzkonzerne auch auf andere Städte in den USA ausgedehnt. Während die unter dem Motto „Occupy Wall Street“ (Besetzt die Wall Street) abgehaltenen Kundgebungen in New York bereits in die dritte Woche gehen, wurden am Montag unter anderem auch in Boston, Los Angeles und Chicago ähnliche Demonstrationen vor Gebäuden der US-Notenbank abgehalten.

Die Wall-Street-Gegner, die im Zucotti-Park in Manhattan campieren, zeigten sich nach den Massenfestnahmen entschlossen zu bleiben. „Sie haben geglaubt, wir würden gehen, aber das sind wir nicht“, sagte die Demonstrantin Kira Moyer-Sims. „Wir werden so lange bleiben wie möglich.“ Die Polizei setzte ihre Patrouillen rund um die Wall Street fort und kündigte weitere Festnahmen an, sollte einer der Demonstranten ein Gesetz brechen.

Am Samstag waren mehrere hundert Demonstranten über die Brooklyn-Brücke von Manhattan nach Brooklyn gezogen. Einige von ihnen blieben aber nicht auf dem Fußweg, sondern blockierten eine Fahrbahn. Es kam zu hitzigen Auseinandersetzungen mit der Polizei, die mehr als 700 der Protestierenden festnahm. Die meisten von ihnen wurden später wieder freigelassen. Am Sonntag ließ die Polizei einige der Demonstranten ihre aus Kartons errichteten behelfsmäßigen Unterkünfte im Zuccotti Park abbauen, weil diese illegal gebaute Behausungen seien.

Prominente Unterstützer

In 21 weiteren Städten fanden nach Angaben der Organisatoren Solidaritätskundgebungen statt. Die Demonstranten in New York wurden auch von Prominenten wie dem Schauspieler Alec Baldwin unterstützt. Dieser postete ein Video auf seinem Twitter-Account, das im Internet die Runde machte.

Der Protest, der sich gegen geldgierige Unternehmen, die Klimaerwärmung und die wachsende soziale Ungleichheit richtet, hatte mit einer Handvoll Studenten begonnen. Mittlerweile werden täglich „Vollversammlungen“ abgehalten, es gibt Krankenversorgung und einen Zugang zu Rechtshilfe für alle festgenommenen Demonstranten. Im Internet konzentriert sich die Kundgebung auf die Webseite occupywallstreet.org, auch eine eigene Zeitung wird mittlerweile herausgegeben. (red, AP)


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