Androsch: Kärnten-Hypo-Rettung kostet zumindest weitere 4 Milliarden

Wien/Klagenfurt - Die Rettung der Kärntner Hypo Alpe-Adria-Bank werde „mit Sicherheit noch weitere vier Milliarden Euro kosten“, warnt Ex-Fi...

Hannes Androsch, Vorsitzender des Forschungsrats.
© APA/HERBERT PFARRHOFER

Wien/Klagenfurt - Die Rettung der Kärntner Hypo Alpe-Adria-Bank werde „mit Sicherheit noch weitere vier Milliarden Euro kosten“, warnt Ex-Finanzminister Hannes Androsch, Vize-Aufsichtsratschef der FIMBAG, der Finanzmarktbeteiligung AG des Bundes, die für Problembanken zuständig ist. Die nötigen Ausgaben könnten sogar auf sieben Milliarden ansteigen, meinte er am Montag in der „Kronen Zeitung“.

Die Situation für die Republik sei bereits überaus ernst, so Androsch: „Die Bundesregierung hat rasch gehandelt, um bei Hypo Alpe Adria, der „Bad Bank“ der Kommunalkredit und bei der Volksbanken AG eine ‚Kernschmelze‘ zu verhindern. Jetzt sind aber drei Jahre ohne Konsolidierung verstrichen.“

Eine von der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) für spätestens März 2012 geforderte Eigenkapitalaufstockung bei der notverstaatlichten Kärntner Hypo um 1,3 Mrd. Euro kann dem Bericht zufolge nur die Republik als Eigentümer aufbringen - in einem Gutachten war sogar von einer „Lücke“ von bis zu 1,5 Mrd. Euro die Rede gewesen. Und zusätzlich muss die Hypo im Jahr 2013 aus vertraglichen Verpflichtungen mit dem früheren Mehrheitseigentümer BayernLB 3 Mrd. Euro nach München überweisen.

„Somit wird uns alle die Hypo sicher noch vier Milliarden Euro kosten - am Ende vielleicht sogar sieben Milliarden“, meint Androsch.

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Die Krisen-Situation bei den drei Problembanken und die steigenden Ausgaben im öffentlichen Haushalt seien „eine akute Gefährdung Österreichs“, sagt Androsch: „Wir stehen bereits unter genauer Beobachtung: Österreich könnte sein AAA-Rating verlieren. Wenn das passiert, wird‘s richtig teuer. Wir brauchen deshalb eine sofortige Schuldenbremse - in der Schweiz und in Deutschland funktioniert das doch auch.“ (APA)


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