Österreichs Fußballglück liegt in Schweizer Händen

Der neue ÖFB-Teamchef kommt aus der Schweiz und heißt Marcel Koller. Für die EM-Qualifikationsspiele des ÖFB-Teams gab es weitere Absagen.

Von Hubert Winklbauer und Wolfgang Müller

Bad Tatzmannsdorf – Marcel Koller. So soll und wird der neue Teamchef des österreichischen Nationalteams heißen. Dabei hatte der ÖFB bei einer Pressekonferenz am Dienstag in Oberwart mit einem Knalleffekt den Neuen bekannt geben wollen. Aber all das Abwehrbemühen des ÖFB gegen der Recherche-Offensive der TT war vergeblich. ÖFB-Präsident Leo Windtner war als Abwehrorganisator ungefähr so hilflos wie Pogatetz und Schiemer gegen Deutschland. Und noch dazu war es am Montagabend bereits online auf Wikipedia zu lesen. Dort steht bei Kollers Trainerstationen Österreich 2011.

Und das deutet schon einmal darauf hin, dass die interne Kommunikation zwischen dem ÖFB und dem neuen Teamchef nicht von Start weg hinhauen wird. Der 50-Jährige war zuletzt beim VfL Bochum (2005–2009) als Trainer tätig. Sein Höhepunkt dort war der direkte Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga im Jahre 2006. Koller wird heute um 13 Uhr in Oberwart präsentiert werden.

Andere Sorgen plagen den Interimscoach Willi Rutten­steiner. Denn weder Martin Harnik (Zerrung), der Hannoveraner Emanuel Pogatetz (Rückenprobleme), der Salzburger Franz Schiemer (Nachwirkungen seines Sehnenrisses im Oberschenkel) und jetzt auch noch Jakob Jantscher (Knie) werden am Donnerstag in den Flieger nach Aserbaidschan steigen. Das Quartett wird auch beim letzten EM-Qualifikationsspiel gegen Kasachstan fehlen.

Interimscoach Willi Rutten­steiner bemüht sich im Trainingscamp in Bad Tatzmannsdorf um Verständnis für verletzte Teamspieler. Es bleibt ihm ja auch nichts anderes übrig. Möglicherweise werden jetzt, wo sich die Chance auf Ehr‘ und Ruhm im Teamdress ziemlich reduziert hat, die physischen Schmerzen größer.

Wie auch immer: Ruttensteiner hat nachnominiert. Veli Kavlak (Besiktas Istanbul), Stefan Kulovits (Rapid) und Neuling Georg Margreitter (Austria Wien) rücken in Bad Tatzmannsdorf ein. Margreitter ist der dritte Neue im ÖFB-Team. Jörg Siebenhandl, der 20-jährige Wr.-Neustadt-Goalie, ist Nutznießer der Torhüter-Flaute in Österreich. Er hat in der laufenden Saison alle zehn Spiele in der Bundesliga bestritten und sich bekanntlich in der Auftakt­runde mit einem vorweggenommenen „Tor des Jahres“ in die Schützenliste eingetragen. Das genügt fürs Team.

Die Teamkicker sind am Dienstag am Kunstrasen gegen Hartberg im Einsatz.


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