Brasilien versichert EU Unterstützung in Schuldenkrise

„Der Erfolg der Europäischen Union ist extrem wichtig, nicht nur für die Europäer per se, sondern auch für die ganze Menschheit“, sagte Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff.

Brüssel - Brasilien hat der Europäischen Union Unterstützung im Kampf gegen die Schuldenkrise versichert. Präsidentin Dilma Rousseff sagte am Dienstag bei einem EU-Brasilien-Gipfel in Brüssel: „Wir stehen zu unseren Partnern in der Europäischen Union. Sie können sich auf uns verlassen und auf uns zählen.“ „Der Erfolg der Europäischen Union ist extrem wichtig, nicht nur für die Europäer per se, sondern auch für die ganze Menschheit.“

Koordinierte Aktion notwendig

EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy kündigte an, der EU- bzw. Euro-Gipfel am 17./18. Oktober werde „ein weiterer wichtiger Markstein“ werden. „Eine koordinierte Aktion wird nötig sein, um zu verhindern, dass die Weltwirtschaft in eine Rezession zurückfällt“, sagte er. Die EU und Brasilien würden beim Gipfel der G-20 in Cannes Anfang November und darüber hinaus versuchen, dass es nicht zu einem solchen Szenario komme.

Rousseff betonte: „Die Welt geht heute durch sehr schwierige Situationen. Nur mit Leadership und Entschlossenheit sowie einem Sinn für die historische Dringlichkeit werden wir in der Lage sein, die derzeitige Situation zu überwinden.“ Brasilien sei bereit, Verantwortung in einem kooperativem Geiste zu zeigen. Fehlende effiziente Regulierung sei die Wurzel der derzeitigen Krise, sagte die brasilianische Präsidentin. Die staatlichen Rettungsprogramme hätten zur großen Verschuldung der meisten Entwicklungsländer geführt.

„Wir sehen nun ein steigendes staatliches Schuldenrisiko. Es ist von grundlegender Bedeutung, dass die Länder sich koordinieren, um die derzeitigen internationalen Herausforderungen anzupacken. Die Geschichte zeigt, das wir aus der Krise nur herauskommen, wenn wir Wirtschaftswachstum stimulieren können“, sagte die Präsidentin. Dies müsse einhergehen mit Sozialpolitik und der Schaffung von Arbeitsplätzen. „Die notwendigen Fiskalanpassungen sind nicht genug.“

Strategischer Partner seit 2007

Heute sei Brasilien eine der am schnellsten wachsenden Regionen weltweit, sagte Rousseff. Die Handelsbilanz zwischen der EU und Brasilien habe 2010 82 Mrd. US-Dollar (61.529 Mrd. Euro) übertroffen und werde die Marke von 100 Mrd. US-Dollar (75,0 Mrd. Euro) bald überschreiten. Brasilien habe ein nachhaltigeres Wachstum mit mehr Einkommensgerechtigkeit verzeichnet. „Seine Zukunft schaut strahlend aus“, sagte Van Rompuy. Brasilien und die EU könnten auch im Klimaschutz, bei Menschenrechten und in der UNO stärker zusammenarbeiten. Seit 2007 ist Brasilien ein „strategischer Partner“ der Europäer mit regelmäßigen Gipfeltreffen.

Sowohl Rousseff als auch E-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso betonten, wie wichtig es wäre, ein Freihandels-Assoziierungsabkommen zwischen der EU und dem sogenannten „Markt des Südens“ (Mercosur; dazu gehören Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay) abzuschließen. Für beide Seiten würde ein solches Abkommen große Vorteile bringen, sagte Barroso. Die EU sei der Haupthandelspartner von und größte Investor in Brasilien. Der Mercosur-Raum habe mehr Direktinvestitionen von Europa als von Russland, Indien und China zusammen.

Bei dem Gipfel wurden eine Reihe von Absichtserklärungen zwischen der EU und Brasilien unterzeichnet, unter anderem zur Förderung des Studentenaustauschs und von Tourismus-Projekten. (APA)


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