Erste Verhandlungsrunde der Metaller gescheitert

Die Arbeitgeber haben 3,1 Prozent Lohnerhöhung plus eine Einmalzahlung von 200 Euro geboten.

Wien - Die Verhandlungen für Kollektivverträge der Metallindustrie für das Jahr 2012 sind am Dienstagabend ohne Ergebnis nach der ersten Verhandlungsrunde unterbrochen worden. Die Arbeitgeber hatten eine Lohnerhöhung von 3,1 Prozent plus eine Einmalzahlung von 200 Euro angeboten, was die Arbeitnehmer als Hohn empfinden.

Die Gewerkschaften werden am Mittwoch erstmals in der Geschichte der Herbstlohnrunden ihre Forderungen in einer Pressekonferenz öffentlich bekannt machen. Für den 10. und 11. Oktober wurden landesweit Betriebsversammlungen einberufen, am 12. Oktober geht es dann in die zweite Verhandlungsrunde.

Die Spitzenverhandler der Gewerkschaften, Rainer Wimmer (Pro-Ge) und Karl Proyer (GPA), gaben sich nach dem Ende der ersten Verhandlungen kampfbereit. „Das Angebot der Arbeitgeber ist eine totale Missachtung der Kolleginnen und Kollegen, die unter der hohen Inflationsrate stöhnen“, ärgerten sich Chefverhandler Wimmer und Proyer. Sie betonten, die Industrie würde die „Dynamik in den Betrieben“ unterschätzen.

Die Industrievertreter Christoph Hinteregger und Alfred Hintringer zeigten sich über den Verhandlungsabbrauch enttäuscht. Von Seiten der Gewerkschaft gebe es nur „stereotype Antworten“, bis dato lägen keine konkreten Forderungen der Arbeitnehmerseite auf dem Tisch. Man könne darüber nur den Kopf schütteln, schließlich habe die Gewerkschaft selbst gesagt, dass sie schnell die KV-Verhandlungen abschließen wolle, so Hinteregger und Hintringer vor Journalisten.

Sie unterstrichen, dass mit dem Angebot von 3,1 Prozent Lohnerhöhung die durchschnittliche Inflationsrate der vergangenen zwölf Monate von 2,8 Prozent mehr als deutlich abgedeckt ist.

Am kommenden Mittwoch, dem 12. Oktober, wird ab 11:00 Uhr in der Wirtschaftskammer weiter verhandelt.


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