50:50 ist den NBA-Stars zu wenig - weiter keine Einigung im Tarifstreit

Die Spieler wollen weiterhin 53 Prozent der Gesamteinnahmen von rund 4,3 Milliarden Dollar für sich.

New York - Die Verhandlungen stehen still, der Ligaboss droht und eine Einigung scheint nicht in Sicht. Im Streit um einen neuen Tarifvertrag in der nordamerikanischen Basketball-Liga NBA sind die Fronten weiterhin verhärtet. Nachdem am Dienstag (Ortszeit) die Spielergesellschaft NBPA und die Teambesitzer ihre Gespräche in New York nach vier Stunden ergebnislos abbrachen, sagte Liga-Commissioner David Stern alle restlichen Vorbereitungsspiele ab. Sollte es bis Montag keine Einigung geben, werde er zudem sämtliche Partien der ersten beiden Wochen der neuen Saison streichen, so Stern.

Der Start der neuen Spielzeit ist ursprünglich für den 1. November mit der Partie zwischen dem von Dirk Nowitzki angeführten Titelverteidiger, Dallas Mavericks, gegen die Chicago Bulls vorgesehen. „Wir haben nicht die Fortschritte gemacht, die wir uns erhofft hatten und konnten deshalb unsere Verhandlungen nicht fortsetzen“, betonte Stern. NBPA-Präsident Derek Fischer von den Los Angeles Lakers stellte derweil klar, dass man weiterhin verhandeln wolle und sich jetzt in einer Situation wiederfinde, die man erwartet habe. „Durch den Lockout könnte ein Teil, wenn nicht sogar die gesamte Saison gestrichen werden. Aber darauf sind wir vorbereitet“, so Fischer.

Mit Lakers-Star Kobe Bryant sowie Kevin Garnett und Paul Pierce (beide Boston Celtics) waren diesmal namhafte Profis zu den Gesprächen gekommen. Doch auch sie konnten die Verhandlungen nicht entscheidend voranbringen.

Seit dem 1. Juli sind die Spieler ausgesperrt, es ist der erste Lockout seit der Saison 1998/99, die letztlich auf 50 Partien reduziert wurde. Hauptstreitpunkt ist die Aufteilung der jährlichen Gesamteinnahmen von rund 4,3 Milliarden Dollar. Der alte Arbeitsvertrag garantierte den Profis 57 Prozent. In New York bot die NBPA an, ihren Anteil auf 53 Prozent zu reduzieren. Die Eigentümer indes wollen ihnen 47 Prozent zugestehen. Laut Stern sei den Spielern sogar eine 50:50-Aufteilung angeboten worden, diese hätten die Aktiven jedoch abgelehnt. „Daraufhin hat es keinen Sinn mehr gemacht, fortzufahren“, erklärte der NBA-Boss. Weitere Gesprächstermine wurden vorerst nicht vereinbart. Stern bezifferte den Einnahmeverlust durch die Streichung aller Testspiele auf rund 200 Millionen Dollar.

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Die 30 Vereinsbesitzer, von denen 22 in der Vorsaison Verluste machten, fordern unter anderem die Einführung einer festen Gehaltsobergrenze von 45 Millionen Dollar pro Team. Dies würde einen finanziellen Einschnitt von rund 800 Millionen Dollar für die Spieler bedeuten. (dpa)


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