Der nächste Versuch: Woods kämpft um seine sportliche Zukunft

Der freie Fall von Tiger Woods geht weiter. Nun ist der einstige Superstar nicht einmal mehr unter den Top 50 der Welt zu finden.

San Martin - Als am Montag die aktuelle Golf-Weltrangliste veröffentlicht wurde, fehlte ein Name in den Top 50: Tiger Woods. Nach 778 Wochen in Serie tauchte der einstmals beste Golfer der Welt nicht einmal mehr in diesem Kreis auf, der Absturz des 35-Jährigen hält unvermindert an. Letztmals hatte Woods am 13. Oktober 1996 als 61. den Sprung unter die besten 50 verpasset, danach begann seine unnachahmliche Erfolgsstory mit 14 Major-Siegen und mehr als elf Jahren auf dem Golf-Thron.

Doch der Stern des einstigen US-Sunnyboys ist verblasst. Inzwischen ist Woods sogar nicht mehr automatisch für die Top-Events auf der PGA-Tour qualifiziert, das Ticket für das Millionenspiel um den FedEx Cup verpasste er zuletzt um Längen. Bei den eher unbedeutenden Frys.com Open im kalifornischen San Martin nimmt Woods daher von diesem Donnerstag an den nächsten Neuanfang in Angriff.

Frustriert, gedemütigt und mit Sorgen um den Körper

„Ich freue mich, zurück zu sein“, teilte Woods auf seiner Homepage mit. Zum letzten Mal hatte der 97-fache Turniersieger bei der PGA Championship im August zum Schläger gegriffen. Nachdem er beim letzten Major des Jahres mit desaströsen 150 Schlägen (zehn über Par) den Cut verpasst hatte, verschwand er wieder aus der Öffentlichkeit. Frustriert, gedemütigt und mit Sorge um seinen lädierten Körper zog sich der strauchelnde Weltstar zurück.

Nun will es Woods, letztmals im November 2009 in Australien Turniersieger, noch einmal wissen. „Ich hatte einige gute Trainingseinheiten daheim und bin heiß darauf, wieder anzugreifen“, tönte die Nummer 51 der Welt, die zum Auftakt mit dem Südafrikaner Louis Oosthuizen und dem Amateur Patrick Cantlay aufs Grün geht.

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Die Frage, die sich alle Beteiligten stellen: Wie fit ist Woods? Schon vor seinem Debakel bei der PGA Championship hatte der Multi-Millionär zweieinhalb Monate wegen einer Knieverletzung pausiert. Auch in Atlanta war Woods dann mehr über den Platz gehumpelt, als gelaufen. Dabei hatte er zuvor noch Zuversicht ausgestrahlt. „Ich fühle mich großartig. Es fühlt sich alles stabil an, und das ist ein tolles Gefühl“, hatte er gesagt - um dann den nächsten Rückschlag zu kassieren.

Immer noch Zuschauermagnet

Unzählige Ärzte haben sich inzwischen sein Knie angeschaut, doch wirklich helfen konnte Woods bislang niemand. Auch sonst hat die frühere Golf-Legende viel versucht, sich zum Beispiel von seinem langjährigen Caddie und Vertrauten Steve Williamson getrennt. Im Cordevalle-Resort von San Martin wird Woods nun von Joe La Cava begleitet, der zuletzt mit dem Weltranglisten-Fünften Dustin Johnson zusammenarbeitete. „Das ist eine einmalige Gelegenheit, Teil von etwas Besonderem zu sein“, erklärte La Cava.

Zumindest ganz scheint Woods seinen guten Namen also noch nicht verloren zu haben. In San Martin erwarten sie am Wochenende dreimal so viele Zuschauer wie im vergangenen Jahr. Amerika lechzt nach einer Auferstehung seines einstigen Idols. Doch die Zeit läuft Woods davon. Gewinnt er nicht bald wieder ein Turnier, könnte sein Stern endgültig untergehen. (dpa)


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