Bob Geldof feierte in Wien seinen 60er

Es war ein spezieller Abend für viele, für einen aber ganz besonders: Bob Geldof feierte am gestrigen Mittwoch im Rahmen der „Burg in Concert“-Reihe in Wien seinen 60. Geburtstag, und zwar mit einem Konzert, das sich hören und sehen lassen konnte. Keine ablenkenden Effekte, kein auf Bombast getrimmter Sound, sondern direkte, energievoll vorgetragene Songs aus beinahe vier Dekaden Musikgeschichte.

Geldof und seine Mitstreiter, darunter sein ehemaliger Boomtown Rats-Kollege Pete Briquette, ließen wenig Verschnaufpausen und pflügten mehr als solide durch ein stattliches Best-Of-Set, das mit einem seiner größten Solohits, „The Great Song Of Indifference“, eröffnet wurde. Bald war klar, hier geht es nicht um aufpolierte, zurückgelehnte oder gar handzahme Musik: Der gebürtige Ire gab den stets zappeligen Rock‘n‘Roll-Entertainer, der seine Band sowie das Publikum von Anfang an fest im Griff hatte - und es vor allem laut haben wollte.

Neue Stücke seines im Frühjahr veröffentlichen Soloalbums „How To Compose Popular Songs That Will Sell“ wie das ungemein zwingend groovende „Systematic 6-Pack“ oder das eher ruhige, ob des doch eigenwilligen Gesangs an ein betrunkenes Liebeslied mahnende „Dazzled By You“ fügten sich nahtlos in die bunt gemischte Songauswahl.

Ganz groß wurde es bei „One For Me“, das aus dem ruhigen Anfangsmotiv zum stampfenden Reißer mutierte, oder dem hypnotischen Eröffnungsstück des aktuellen Albums, „How I Roll“. Sein eigenes Geburtstagsständchen sang sich Geldof bei „Mary Of The Fourth Form“, dem vielleicht zwingendsten Stück des Abends. Die größte Zustimmung des Auditoriums erfuhr aber erwartungsgemäß „I Don‘t Like Mondays“. „Ihr habt es gehört, jetzt könnt ihr nach Hause gehen“, konnte sich der im violetten Anzug auf der Bühne stehende Geldof einen sarkastischen Seitenhieb auf seinen mittlerweile über 30 Jahre alten Hit nicht verkneifen. Gegangen ist aber niemand, war das Ende doch lange noch nicht erreicht.

TT-ePaper gratis testen und 2 VIP-Tickets für das Electric Love Festival gewinnen

Electric Love Festival

Denn auch nach den Zugaben wie „Here‘s To You“, „Young And Sober“ sowie einer Reprise des „Great Song Of Indifference“, die wie so oft an diesem Abend den eigenwilligen Tanzstil des das ganze Konzert über Kaugummi kauenden Geldof hervorrief, durfte im Burgtheater weiter gefeiert werden. Immerhin ließ sich der von der Queen zum Ritter geschlagene Sänger etwa eine halbe Stunde nach dem Auftritt bereits auf der Party blicken, erhielt u.a. von Rudi Dolezal ein gerahmtes Foto und tauchte im Blitzlichtgewitter unter. Gratulationen, Schulterklopfer und Autogrammwünsche ließen da nicht lange auf sich warten.


Kommentieren