Fünf Gründe, warum uns die Länderspiel-Woche nicht egal ist

Die EM-Quali-Partien gegen Aserbaidschan und Kasachstan haben für den ÖFB nicht nur Testspiel-Charakter.

Baku – Österreichs Nationalteam ist von der EM-Qualifikation noch weiter weg als die beiden nächsten Spielorte Baku und Astana von Wien. Denn selbst rechnerisch ist es für die Elf von Interimsteamchef Willi Ruttensteiner nicht mehr möglich, die Kontinental-Meisterschaften in Polen und der Ukraine zu erreichen. Und dennoch sind die beiden letzten Partien in der Quali-Gruppe A gegen Aserbaidschan und Kasachstan mehr als nur lästige Pflicht.

Bewerbungsspiel: Der neue Teamchef Marcel Koller sitzt zwar noch nicht auf der Bank, die beiden Spiele gegen Aserbaidschan am Freitag und Kasachstan am Dienstag wird er jedoch genau unter die Lupe nehmen. Für die Kicker, die dabei sind, quasi ein Bewerbungsspiel. Koller wird die Partien also als Grundlage für seine Kadernominierung Anfang November für das Testspiel gegen EURO-Gastgeber Ukraine heranziehen. Einen lustlosen Kick mit angezogener Handbremse kann sich kein ÖFB-Akteur leisten.

Topf-Einteilung: In der aktuellen FIFA-Weltrangliste nimmt Österreich Platz 77 ein. Über die Aussagekraft des Rankings, in dem Teams wie Simbabwe oder Sierra Leone vor unserem Nationalteam gereiht sind, lässt sich streiten. In der bereinigten UEFA-Liste nimmt Rot-Weiß-Rot allerdings auch nur Rang 40 ein - von 52 Nationen. Interessant ist das hinsichtlich der Topf-Einteilung für kommende Quali-Auslosungen. Je besser das Ranking, desto besser der Topf aus dem Österreich gezogen wird, desto leichter - zumindest von der Papierform her - die Gegner. Nach oben geht‘s in der Weltrangliste allerdings nur mit Siegen. Sechs Punkte aus den kommenden beiden Partien sind daher Pflicht.

Reputation: Momentan nimmt die ÖFB-Auswahl mit acht Punkten Platz vier in der EM-Quali-Gruppe A ein. Nach vorne können sich Arnautovic und Co. nicht mehr verbessern, von hinten lauert allerdings Gefahr. Vor allem Aserbaidschan sitzt der ÖFB-Elf mit nur einem Zähler weniger im Nacken. Mit einem vollen Erfolg in Baku am Freitag (18.00 Uhr) würden zumindest die nominell schwächeren Gegner mit Sicherheit abgehängt. Für die Außenwirkung und das Selbstverständnis des österreichischen Fußballs nicht unwichtig. Detail am Rande: Österreich war in einer Quali-Gruppe noch nie schlechter als auf Platz vier klassiert.

Teambuilding: Mit Harnik, Pogatetz und Schiemer sagten zwar drei Stützen des Nationalteams ab. Dennoch dienen die kommenden beiden Spiele auch der Mannschaftsfindung, dem besseren Kennenlernen auf dem Platz in der Wettkampfsituation. Weiterer Pluspunkt: Nach der verpassten Qualifikation fällt der Druck von den teils noch jungen Schultern, alle können befreit aufspielen.

Generalprobe: Das Match in Astana kann Österreich als Probegalopp für die kommende WM-Quali gut gebrauchen. Denn bei der Vorausscheidung für Brasilien 2014 bekommen wir es erneut mit Kasachstan zu tun. Der Kunstrasen in der Astana-Arena ist dann kein Neuland mehr. Und mit einem klaren Sieg dürfte bei der Rückkehr im Herbst des kommenden Jahres eine ordentliche Portion Selbstvertrauen mit im Gepäck dabei sein. (tt.com)


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