Konflikt um konservativen Pfarrer: Boykott der Erstkommunion droht

Wegen eines umstrittenen Pfarrers wollen die Eltern der Zweitklässler in der Gemeinde Kopfing ihre Kinder in einer anderen Pfarre zur Erstkommunion schicken. Der Priester soll unter anderem uneheliche Kinder als „Kinder der Sünde“ oder Lehrkräfte als „vom Satan besessen“ bezeichnet haben.

Kopfing - In der Sauwaldgemeinde Kopfing in Oberösterreich droht sich ein Konflikt um den als konservativ geltenden, umstrittenen polnischen Pfarrer, Andreas Skoblicki, zum Boykott der Erstkommunion im kommenden Jahr auszuwachsen. „Eine Mutter ist jetzt aus der Kirche ausgetreten, die übrigen Eltern wollen ihre Kinder in einer anderen Pfarre zur Erstkommunion schicken“, sagte Volksschuldirektorin Maria Hamedinger in einem Artikel der „Oberösterreichischen Nachrichten“ (OÖN, Donnerstagausgabe).

Neun der insgesamt elf Zweitklässler seien römisch-katholisch. Die Eltern hätten das Gefühl, der Pfarrer wolle auf ihre Kinder einen Einfluss nehmen, mit dem sie als Eltern nicht leben können, hieß es in dem Bericht einen Tag nach dem Elternabend. Auch in den Religionsunterricht habe sich Skoblicki eingemischt. „Die Kinder sollten Beichtbücher führen, Rosenkranz beten und die hl. Faustina verehren - das steht alles nicht im Lehrplan“, sagte der für den Religionsunterricht in Kopfing zuständige Fachinspektor Stefan Leidenmühler.

Lehrerinnen „religiöse Analphabetisten“

Skoblicki habe in einem Gespräch 2005 die Kopfinger Lehrerinnen „religiöse Analphabetisten“ genannt, so Leidenmühler. Mit dem Protokoll dieser Unterredung werde er an die Öffentlichkeit gehen, falls Skoblicki frühere Aussagen auf dem Gerichtsweg abstreiten wolle, sagte der Fachinspektor im Bericht. Der Pole soll erst kürzlich im Gespräch mit den OÖN Aussagen, wonach die Kopfinger Lehrer „vom Satan besessen“ seien, bestritten und mit dem Rechtsweg gedroht haben. Auf Leidenmühlers Ankündigung hin habe er gesagt, dass er alles nicht so gemeint habe.

Skoblicki soll laut seinen Gegnern außerdem uneheliche Kinder als „Kinder der Sünde“ oder die Schule als „Teufelswerk“ bezeichnet haben.

Bischof will „neues Miteinander“

Der Linzer Diözesanbischof Ludwig Schwarz will indes ein „neues Miteinander“ finden. In der aktuellen Ausgabe der Kirchenzeitung sprach Aktivisten-Sprecher Johann Weibold von zehn bis 15 Punkten, die zwischen den beiden Parteien zu vereinbaren seien. Diese müssten von einer unabhängigen Instanz kontrolliert werden. Dass einige Kopfinger laut über den Kirchenaustritt nachdenken, halte er aber für den falschen Weg. Denn nur wer dabei sei, habe das Recht mitzureden.


Kommentieren


Schlagworte