Bauer wegen Düngemittel in Trinkwasser verurteilt

Der Landwirt hatte das Düngemittel über die Wasserleitung auf seine Erdbeerfelder verteilt. Bis auch das Trinkwasser einer Wirtin rot aus dem Hahn sprudelte.

Symbolfoto.
© Hetfleisch

Innsbruck – Wegen fahrlässiger Beeinträchtigung der Umwelt wurde ein Landwirt aus Terfens am Donnerstag am Landesgericht zu einer Geldstrafe von 500 Euro verurteilt. Der einstige Betreiber einer Erdbeerplantage hatte über Jahre hinweg seine Früchte über die Trinkwasserleitung gedüngt. Dazu hatte er ohne Genehmigung der Gemeinde eine Einleitung in die Trinkwasserversorgung geschaffen, was jahrelang unbemerkt blieb und auch gut ging, bis im Mai ein verstopfter Filter und Wasserunterdruck für einen Rücklauf des Düngemittels in das Terfener Trinkwasser sorgte.

Zum Glück fiel gleich nach dem Vorfall einer Wirtin das rot eingefärbte Wasser aus der Leitung auf. Sofort sperrte die Gemeinde die umliegende Wasserversorgung von zwei Betrieben und zehn Haushalten. So blieb es letztlich bei einem Schaden von 7500 Euro für diverse Kontrollen und Säuberungen.

Der Bauer hatte sich vor Gericht im Prinzip zum Umweltdelikt schuldig bekannt, meinte jedoch, dass ein derartiges Einleiten von Düngemittel Stand der Technik sei. Er habe darauf vertraut, dass die Gemeinde ein Rückflussventil in den Trinkwasserleitungen verbaut habe. Die Gemeinde konnte mangels Meldung der Manipulation an der Trinkwasserleitung von der Einleitung der Düngemittel aber gar nichts wissen. Der Antrag des Landwirts hatte sich seinerzeit nur auf den Wasseranschluss zur Bewässerung der Plantagen bezogen.

Die Plantagen sind nun Geschichte. Auch die Wasserzuleitungen will der Landwirt aus Terfens komplett überarbeiten und beschwor, dass so etwas niemals mehr vorkommen werde. Das Urteil hat der er angenommen.

Der Terfener Bürgermeister, Hubert Hußl, gab nach seiner Zeugeneinvernahme gegenüber der Tiroler Tageszeitung an, dass „man froh sei, dass die Trinkwasserleitungen so schnell abgeschottet werden konnten und deshalb nicht mehr passiert sei“. (fell, tt.com)


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